Sport : Ferrari fährt voraus

Bei der Formel 1 bleibt in Malaysia alles beim Alten

Karin Sturm

Kuala Lumpur - Auch die brütende Hitze mit 35 Grad im Schatten machte Ferrari nichts aus. Der italienische Automobilhersteller dominierte den ersten Trainingstag zum Großen Preis von Malaysia in der Formel 1. In Sepang fuhr der Brasilianer Felipe Massa die schnellste Zeit vor den beiden McLaren-Mercedes mit Fernando Alonso und Lewis Hamilton – und vor seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen. Das zweite Saisonrennen wird am Sonntag (9 Uhr MEZ, live bei RTL und Premiere) gestartet.

Der Finne Räikkönen wird dabei nicht, wie zunächst spekuliert wurde, seinen vor knapp drei Wochen beim Großen Preis von Australien leicht beschädigten Motor auswechseln: „Es scheint alles okay zu sein. Wir denken, dass es nicht nötig ist, die Strafversetzung um zehn Plätze nach hinten in Kauf zu nehmen.“ Massa reagierte auf diese Meldung erfreut: „Ich will zeigen, dass ich Kimi Raikkönen auf der Strecke schlagen kann, und zwar nicht nur, weil er Probleme hat. Wir dürfen gegeneinander kämpfen, Ferrari erwartet nur, dass wir uns nicht gegenseitig von der Strecke schießen.“

Eines zeigte das Training auf jeden Fall: Zu großen Veränderungen in der Formel-1-Hierarchie haben die veränderten Testmethoden der Fia für die Flexibilität des Unterbodens der Autos (der Tagesspiegel berichtete) nicht geführt. Wobei erst jetzt letzte Details der komplizierten Geschichte ans Licht kamen – nach einem Blick in den ursprünglich geheimen Briefwechsel zwischen McLaren und Fia-Rennleiter Charlie Whiting, der dann allen anderen Teams zur Klärung der neuen Situation zugestellt wurde.

Whiting hatte den umstrittenen Zylinder samt Feder, der angeblich bei Ferrari die Unterboden-Frontendplatte mit dem Chassis verbinden soll, nicht vollständig für illegal erklärt, wie bisher angenommen wurde, sondern nur in einem bestimmten Zusammenhang: Wenn dadurch der Flexibilitätstest, den die Fia durchführt, beeinflusst wird. Dabei wird die Verformung des Unterbodens nach oben gemessen, wenn von unten eine Kraft von 500 Newton wirkt. Wobei die Flexibilität nicht mehr als fünf Millimeter betragen darf. Nach Australien muss dieser Test jetzt ohne Hilfsmittel bestanden werden. Ist dieser Test bestanden, darf das entsprechende Teil tatsächlich wieder eingebaut werden. Freie Bahn also für McLaren, die die Anfrage gestartet hatten, und auch für alle anderen, das Ferrari-System jetzt schnell zu kopieren und einzubauen. Zumindest Fernando Alonso zeigt sich zufrieden: „Es wird nicht so viel ausmachen, vielleicht zwei, drei Zehntel. Aber es ist gut, dass die Regeln jetzt zumindest für alle gleich sind.“

Dass Ferrari dadurch Schaden nimmt, damit rechnet aber keiner der Konkurrenten ernsthaft. „Die sind derzeit kaum zu schlagen. Die sind einen Schritt voraus“, sagt zum Beispiel der für Renault fahrende Italiener Giancarlo Fisichella. Und auch Norbert Haug, der Motorsportchef bei Mercedes, gibt zu: „Wenn Ferrari keine Probleme hat, wird es sehr schwer, sie zu schlagen.“ Der Deutsche Ralf Schumacher fuhr in den beiden Trainingsläufen in Malaysia die acht- und neuntbeste Zeit heraus.

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