Sport : Fest im Sulky

Die Elite der Traber fährt in Berlin

Heiko Lingk

Berlin - Der Mariendorfer Rennsekretär Ralf Koscharé ist ein vielbeschäftigter Mann – ganz besonders, wenn es auf die Derby-Woche zugeht. Das Telefon des Vereinsfunktionärs ist ein Gradmesser – denn schon einige Tage vor dem Beginn des wichtigsten Events des deutschen Trabrennsports signalisiert die Häufigkeit des Klingelns, ob die Rennwoche bei den besten europäischen Sulkyfahrern und internationalen Rennstallbesitzern den entscheidenden Zuspruch finden wird. Die Vorzeichen sehen diesmal gut aus – denn in den letzten Tagen kam der Rennsekretär nicht mehr vom Hörer weg.

Dass die Mariendorfer Bahn im ansonsten schwer angeschlagenen Pferderennsport ihren herausragenden Stellenwert behaupten wird, ist nicht verwunderlich. Denn die diesjährige Auflage der großen Rennwoche rund um das 115. Deutsche Traber-Derby bietet eine ganze Reihe von Höhepunkten. Bei den sechs Veranstaltungstagen, die heute um 13 Uhr mit der feierlichen Zerschneidung des Blauen Bandes beginnen, geht es für die Sulkyfahrer in den 80 auszutragenden Rennen um ein Preisgeld von fast einer Million Euro. Den absoluten Höhepunkt bilden die nach Geschlechtern aufgeteilten Derby-Läufe der Stuten sowie der Wallache und Hengste. Dort alleine werden schon 465 773 Euro verteilt.

Die Rennwoche beginnt mit einem Novum: Während die Vorläufe und das Finale des Derbys in den letzten Jahrzehnten grundsätzlich an einem einzigen Tag ausgetragen wurden, gelten nun neue Regeln. Denn die Vorentscheidungen wurden um eine Woche vorgezogen. Bereits heute werden sich die besten zehn Stuten und am Sonntag dann die besten zehn Wallache und Hengste für den eigentlichen Derby-Hauptlauf am 1. August und das Finale des renommierten Arthur-Knauer-Rennens, das am 31. Juli entschieden wird, qualifizieren. Nur die beiden erstplatzierten Pferde kommen in den insgesamt acht Vorläufen sicher weiter. Es geht für die Sulkyfahrer und ihre Traber also bereits am Auftaktwochenende um alles oder nichts. Heiko Lingk

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