Sport : Festival der Langeweile

Claus Vetter

Menschen, die am Sonntag in der Deutschlandhalle das erste Eishockeyspiel ihres Lebens gesehen haben, dürften einen nicht repräsentativen Eindruck von einer Sportart bekommen haben, die sich oft durch Dynamik und hartes Körperspiel auszeichnet. Denn das, was Capitals und Moskitos Essen vor 2500 Zuschauern ablieferten, war ein müdes Fehlpassfestival, welches nach regulärer Spielzeit auch keinen Gewinner verdient und gefunden hatte. Der Sieger musste schließlich den Regeln der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) entsprechend im Penaltyschießen ermittelt werden. Hier hatten die Capitals dank ihres erfolgreichen Schützen Yvon Corriveau das bessere Ende für sich und gewannen mit 2:1 (0:0, 0:1, 1:0/1:0).

Schon im ersten Drittel strapazierte das Gezeigte nicht nur die Nerven der Fans auf den Rängen, sondern verdarb auch Gunnar Leidborg die Laune. Kopfschüttelnd verfolgte der Trainer der Capitals die hilflosen Bemühungen seiner Mannen, den Puck einmal unter Kontrolle zu bekommen, um sich so etwas Ähnliches wie eine Torchance zu erspielen. Von der Galavorstellung vom Freitag, als die Capitals 4:3 nach Penaltyschießen in Mannheim gewannen, war nichts übrig geblieben. Einmal mehr zeigte sich, dass die Berliner Probleme bekommen, wenn sie gegen einen Außenseiter die Initiative übernehmen müssen.

Die Moskitos ließen den Capitals wenig Raum und konnten sich prima durchmogeln - besonders angesichts kläglicher Chancenverwertung der Berliner. Für den Tiefpunkt sorgte in der 23. Minute Wjatscheslaw Fanduls, der zweimal aus einem Meter den Puck nicht im Tor unterbrachte. Todd Hawkins machte es auf der anderen Seite besser, Mitte des zweiten Drittels ging Essen in Führung. Im letzten Abschnitt stellte Leidborg seine Reihen um, und die Fans durften ein Berliner Tor bejubeln. Fanduls erzielte nach 42 Minuten den Ausgleich. Danach wurde der Unterhaltungsfaktor wieder niedrig gehalten - bis zum Penaltyschießen.

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