Fia-Urteil : Lauda: "Die Formel 1 ist schnelllebig"

Ex-Formel-1-Pilot Niki Lauda hält das Urteil gegen McLaren-Mercedes für zu hart. Gleichwohl glaubt er nicht an einen dauerhaften Schaden für die Formel 1.

Lauda
"Mein persönliches Befinden ist wurscht": Niki Lauda. -Foto: ddp

Was sagen Sie zur Höhe dieser Strafe?



Dies ist ein extrem hartes Urteil. Ich habe noch nie in irgendeiner Sportart von einer solch hohen Strafe gehört. Ich vermisse die Begründung für die Härte dieses Urteils. Ich weiß nicht, was für Beweise dem Fia-Weltrat vorgelegen haben müssen, um zu einer solchen Entscheidung zu kommen. So lange keine detaillierte Begründung der Fia vorliegt, ist es aber sehr schwierig, dazu konkret Stellung zu nehmen. Meine Logik als Fachmann sagt mir, selbst wenn McLaren im Besitz der Ferrari-Zeichnungen sein sollte, könnten sie dies nicht 1:1 umsetzen.

Hätten die beiden McLaren-Mercedes-Fahrer Fernando Alonso und Lewis Hamilton nicht auch bestraft werden müssen?

Nein. Sie haben damit ja nichts zu tun.

Wird die WM jetzt nicht zur Farce?

Das ist eine der besten Saisons seit langem. Mit McLaren-Mercedes und Ferrari haben wir zwei gleichwertige Autos. Zwei, sogar drei Fahrer kämpfen wahrscheinlich bis zum Schluss um den Titel. Rein sportlich betrachtet ist es wirklich gut und spannend.

Befürchten Sie einen nachhaltigen Imageverlust für die Formel 1?

Auf jeden Fall.

Ist die Formel 1 nicht der große Verlierer, wenn das Sportliche immer stärker in den Hintergrund gedrängt wird und das juristische Rennen in den Vordergrund tritt?

Das tritt heute in den Hintergrund, aber wenn am Samstag das Qualifying ist und am Sonntag das Rennen stattfindet, spielt das Sportliche wieder die Hauptrolle. Die Formel 1 ist schnelllebig. Sobald ein Grand Prix gefahren wird, steht der Sport wieder auf den Titelseiten.

Sie haben mit Ferrari zwei und mit McLaren einen WM-Titel geholt. Tut Ihnen dieser ganze Skandal auch persönlich weh?

Mein persönliches Befinden ist wurscht.

Das Interview führte Elmar Dreher, dpa

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