• Fiba-Funktionäre diskutieren heute mit den 24 europäischen Vereinen über kommende Saison

Sport : Fiba-Funktionäre diskutieren heute mit den 24 europäischen Vereinen über kommende Saison

Benedikt Voigt

Dass sich Marco Baldi in den letzten Tagen vom Basketballsport entfernt hat, lässt sich seiner gegenwärtigen Vorwahl entnehmen: 0043. Das bedeutet Österreich, das bedeutet Skifahren. "Ich habe hier ein verlängertes Wochenende verbracht", erklärt der Vizepräsident von Alba Berlin, "und fahre über München zurück." Dort wird sich Baldi allerdings wieder ausführlich mit seinem Lieblingssport beschäftigen. Er nimmt am Treffen der 24 Vertretern der Europaligaklubs mit den Funktionären des Basketball-Weltverbandes Fiba teil. Auf der Tagesordnung: die neue Europaliga.

Die Neuordnung der Europaliga für die Spielzeit 2000/2001 ist in den letzten Wochen in die Kritik geraten. 14 in der Union europäischer Basketball-Ligen (UEBL) zusammengeschlossene Vereine bemängelten den Fernsehvertrag mit dem Sportrechtevermarkter ISL und den Modus der künftigen Europaliga. Die Fiba erwirtschafte zu wenig Geld aus diesem Vertrag und der Modus solle sich an der Champions League im Fußball mit 32 Vereinen orientieren, lauteten die Kritikpunkte der Klubs aus Spanien, Griechenland und Italien. Die Fiba wies das zurück. Dennoch kommt es heute zum Treffen aller Verantwortlichen. Baldi erwartet keine konkreten Konsequenzen. "Wir müssen uns klar machen, dass die Fiba keine Organisation ist, die alle anhört und dann aus allen Meinungen einen Kompromiss bildet." Erste Entscheidungen trifft die Fiba auf der nächsten Sitzung der Europa-Konferenz am 24. und 25. März.

Der Vizepräsident erhofft sich jedoch konkrete Zahlen darüber, wieviel die Vereine in der kommenden Saison durch die Zentralvermarktung der Fernsehrechte einnehmen werden. "Es stehen Summen im Raum, von denen ich bisher nichts weiß." Die "Basketball-Zeitung" schreibt von einer Gesamtsumme von 40 Millionen Mark im Jahr und von 500 000 bis 2 Millionen Mark pro Verein - je nach Abschneiden. Den UEBL-Klubs, die gegenwärtig lukrativere Verträge besitzen, sind diese Summen zu gering.

Zudem erwartet Baldi Diskussionen über die Zusammenlegung von Korac- und Saporta-Cup zu einem einzigen Pokalwettbewerb und die Durchlässigkeit dieses neuen Wettbewerbs für Teilnehmer, die in der Europaliga frühzeitig ausscheiden. Dieser Modus orientiert sich am aktuellen Modell im Fußball, bei dem ausgeschiedene Champions-League-Teilnehmer im Uefa-Cup mitspielen können. "Das ist eine gute Sache", findet Baldi, "das hebt den Level."

Ansonsten sagt der Vizepräsident: "Wir haben mit der Europaliga ein sehr gutes Produkt." Er hat nur zwei Änderungswünsche: "Die Play-offs sollten nicht dann starten, wenn die Nationalspieler von ihren Länderspielen zurückkommen und man kann über die Ausweitung der Play-offs auf den Modus Best-of-five nachdenken." 32 Teilnehmer oder die Abschaffung der Zwischenrunde erhält nicht seine Zustimmung. "Ich bin mit dem gegenwärtigen Modus sehr zufrieden", erklärt Baldi, "jedes Spiel zählt."

Bei den Zulassungsvoraussetzungen kann sich Baldi eine Wild Card für einen etablierten Europaligaverein vorstellen, "der sich aufgrund unglücklicher Umstände nicht qualifizieren konnte." Somit würde Alba noch als Zweiter in Deutschland eine Chance bekommen, in der Europaliga zu starten. Momentan qualifiziert sich nur der Deutsche Meister. Die Berliner können bereits heute (20 Uhr, Schmeling-Halle) gegen die DJK Würzburg einen kleinen Schritt zur Titelverteidigung (20 Uhr, Schmeling-Halle) machen. Mit einem Sieg würde sich Alba Platz eins in der Bundesliga sichern und das Heimrecht in den Play-offs. Wenigstens dieser Modus steht fest.

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