Sport : Fiedler erhält 580 000 Euro – Hertha widerspricht nicht

Berlin - Um Mitternacht war es offiziell: Hertha BSC zahlt Christian Fiedler knapp 580 000 Euro. Bis Mittwoch, 23.59 Uhr, hatte der Verein die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen gegen den Vergleich mit dem ehemaligen Torwarttrainer. Am Abend teilte Hertha dann mit, darauf verzichten zu wollen.

Eine Woche zuvor hatten sich Hertha und Fiedler vor dem Arbeitsgericht auf diese Summe geeinigt. Davor war es dem Klub nicht gelungen, die Kündigung Fiedlers im Mai triftig zu begründen. Beide Seiten hatten jedoch eine Woche Zeit, sich den Deal anders zu überlegen. Am Mittwochabend hatte das Hertha-Präsidium getagt und sich schnell darauf verständigt, den Vergleich zu akzeptieren.

Der Grund dafür könnte sein, den Vorfall schnell aus der Welt zu schaffen und es nicht zu einem Urteil kommen zu lassen, das Präzedenzfälle für ehemalige Spieler schafft, die als Mitarbeiter übernommen werden. Fiedler hatte von 1991 bis 2009 bei Hertha als Profi gespielt und war danach für das Training der Torhüter zuständig. Für die Kündigungsfrist hätte Hertha auch die Spielerzeit einrechnen müssen.

Nun erhält der 38-Jährige 410 000 Euro Abfindung, zwölf ausstehende Monatsgehälter à 12 000 Euro und eine Sonderprämie von 25 000 Euro. Eine Menge Geld für einen mit fast 40 Millionen Euro verschuldeten Verein, der die Summe wohl nicht komplett aus Rücklagen aufbringen kann.

Hertha hatte Ende Mai auf Wunsch des Cheftrainers Jos Luhukay die Zusammenarbeit mit Fiedler trotz unbefristeten Vertrages beendet. Der 38-Jährige war daraufhin gegen die Kündigung vorgegangen und hatte auf Wiedereinstellung geklagt. Hertha hat in der Zwischenzeit Richard Golz als Nachfolger verpflichtet. dob

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