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Fiedler-Nachfolger : Richard Golz wird Torwarttrainer bei Hertha BSC

Nach dem von vielen Fans als ungebührend empfundenen Abgang von Christian Fiedler als Torwarttrainer präsentiert Hertha BSC mit Richard Golz einen prominenten Nachfolger mit Berlin-Vergangenheit.

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Richard Golz als Torwart des SC Freiburg. Künftig trainiert die Keeper von Hertha BSC.
Richard Golz als Torwart des SC Freiburg. Künftig trainiert die Keeper von Hertha BSC.Foto: dpa

Lange und schwierige Verhandlungen hat Richard Golz nicht über sich ergehen lassen müssen. Ein Anruf von Jos Luhukay, ein Treffen in Berlin mit dem Trainer von Hertha BSC und Manager Michael Preetz zwei Tage später – danach war die Sache klar. „Das ging ratzfatz über die Bühne, wie man so schön sagt“, erzählt Golz. Zur neuen Saison wird er Torwarttrainer beim Berliner Fußball-Bundesligisten und damit Nachfolger des ewigen Herthaners Christian Fiedler, der vor zehn Tagen von seinen Aufgaben entbunden wurde. Golz, der am Mittwoch seinen 45. Geburtstag feiert, kehrt dann in seine Heimatstadt zurück, die er mit 17 verlassen hatte.

Damals wechselte der Reinickendorfer, der in der Jugend für Wacker 04 und den SC Tegel gespielt hatte, zum Hamburger SV. Golz war nicht das einzige Berliner Fußballtalent, das in den Achtzigern sein Glück in der Fremde suchte. 1987, mit gerade 19 Jahren, debütierte er in der Bundesliga. Bis 2008 folgten 451 weitere Einsätze für den HSV, Freiburg und Hannover. Natürlich habe Berlin bei seiner Entscheidung für Hertha eine Rolle gespielt, sagt Golz. Wann immer er in der Stadt ist, in der seine Familie nach wie vor lebt, habe er „eine Art Heimweh“ empfunden. „Aber in erster Linie geht es um den Job. Die Möglichkeit, in der Bundesliga zu arbeiten, besitzt schon einen großen Reiz.“ Zuletzt war Golz beim Hamburger SV als Torwart- und Assistenztrainer der U 23 in der viertklassigen Regionalliga tätig. „Richard Golz passt hervorragend in unser Trainerteam“, sagt Manager Preetz, „unsere Torwarte um Thomas Kraft werden von seiner großen Bundesligaerfahrung mit Sicherheit profitieren.“

Im Unterschied zu den anderen Neuverpflichtungen Herthas für die neue Saison gibt es bei Golz keine gemeinsame Vergangenheit mit Trainer Luhukay. Vor zwei, drei Monaten seien sie sich erstmals über den Weg gelaufen, man habe sich gegrüßt, ein wenig geredet, mehr auch nicht. Luhukays Ideen passten aber zu dem, „was ich mir vorstelle“, sagt Golz. Seine Philosophie ist es, möglichst spielnah zu trainieren. Man müsse nicht unbedingt Hürden auf dem Trainingsplatz aufstellen, weil es die im Spiel auch nicht gebe.

Golz, der einen Dreijahresvertrag erhält, soll als erster Torwarttrainer des Vereins auch mit den Nachwuchskeepern trainieren. Der Schwerpunkt liege aber bei der Profimannschaft und Stammtorhüter Thomas Kraft. Kraft und Hertha passten gut zusammen, findet Golz: „Er ist ein junger Torwart, von dem man noch eine Menge erwarten kann.“ Kraft hat allerdings auch mit Christian Fiedler vertrauensvoll zusammengearbeitet. Von dessen Freistellung wurde er genauso überrascht wie Fieder selbst, der insgesamt 22 Jahre für Hertha tätig war – zunächst als Torhüter, dann als deren Trainer. Die Verabschiedung des langgedienten Mitarbeiters haben viele Fans als ungebührend empfunden. Einen Tag nach der Mitgliederversammlung, bei der Fiedler mit der Aufstiegsmannschaft noch auf der Bühne gestanden hatte, wurde er in die Geschäftsstelle zitiert, wo Preetz und Luhukay auf ihn warteten. Nach drei Minuten war die Unterredung beendet. Fiedlers Vertrag läuft noch, er ist nur beurlaubt.

„Ich weiß nicht, wie er trainiert hat“, sagt Golz über seinen Vorgänger. Genauso wenig beschäftigt es ihn, gegen welche Konkurrenten er sich am Ende durchgesetzt hat. „Ich weiß, dass Hertha mehrere Kandidaten auf der Liste hatte“, sagt er. Mit Alexander Bade vom 1. FC Köln, ebenfalls gebürtiger Berliner, hat der Klub Gespräche geführt. Bade hat aus privaten Gründen abgesagt. Auch an Zdenko Miletic, Torwarttrainer des FC Augsburg, soll Luhukay interessiert gewesen sein. Dazu wird der Name Holger Gehrke (Schalke) genannt. Richard Golz sagt: „Ich gehe natürlich davon aus, dass ich die Nummer eins auf der Liste war.“

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