• Fifa-Freispruch für WM in Katar und Russland: „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“

Fifa-Freispruch für WM in Katar und Russland : „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“

Die Fifa suggerierte nach dem Aufschrei um die Vergabe der WM-Turniere an Katar und Russland Aufklärungsbereitschaft. Doch die Ergebnisse zeigen nun: Der eingesetzte Ausschuss mit externen Fachleuten war nichts als ein Feigenblatt. Ein Kommentar.

Christian Hoenicke
Die kommenden WM-Gastgeber Russland und Katar sind von der Fifa-Ethikkommission vom Vorwurf der Korruption freigesprochen worden.
Die kommenden WM-Gastgeber Russland und Katar sind von der Fifa-Ethikkommission vom Vorwurf der Korruption freigesprochen worden.Foto: dpa

Die Fifa spricht sich selbst frei. Katar und Russland haben sich nichts zuschulden kommen lassen, so geht es aus der Schlussfolgerung der Ethikkommission des Fußball-Weltverbands hervor. Also alles gut, alles sauber, weiter so. Hat jemand etwas anderes erwartet?

Nur die Naiven konnten annehmen, dass sich in den höchsten Etagen des Milliardengeschäfts Fußball so etwas wie Transparenzwillen breitmachen könnte. Der Fußball ist eben auch auf Funktionärsebene ein knallhartes Geschäft, und er wird es immer bleiben. Die Fifa suggerierte nach dem Aufschrei um die Doppelvergabe der Turniere 2018 und 2022 lediglich Aufklärungsbereitschaft, doch die Ergebnisse zeigen nun, dass der eingesetzte Ausschuss mit externen Fachleuten nichts als ein Feigenblatt war. Ermittlungen, warum nicht, aber die Beurteilung findet bitte wie gehabt hinter den verschlossenen Türen der Zürcher Trutzburg statt.

WM-Vergabe: Die Herren der Fifa haben sich verkalkuliert

Ein klein wenig haben sich die Herren der Fifa aber doch verkalkuliert: Sie haben den falschen Mann von außen eingekauft. Der FBI-Mann Michael Garcia ließ sich nämlich nicht kaufen und opponiert nun lautstark gegen den Ausgang des Verfahrens. Den Arbeitsauftrag „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“ wollte er nicht so klaglos akzeptieren. So richtet der wenig überzeugende Freispruch am Ende sogar noch mehr Schaden an, als wenn die Fifa die Sache nach alter Manier totgeschwiegen hätte.

Die einzige spürbare Folge wird wohl sein, dass sich die Fifa ihre Ermittler künftig noch etwas genauer aussuchen wird. Wenn es denn überhaupt noch einmal Ermittlungen in eigener Sache geben wird.

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