Sport : Fifa im Recht: Marke WM 2006 bleibt geschützt – teilweise

Daniel Pontzen

München - Marke ist Marke, und wie sie verwendet wird, bestimmt der Rechteinhaber. So sieht es die Fifa – und hat Recht bekommen. Nun kann der Fußball-Weltverband sein Heer an Rechtsvertretern in die Welt aussenden, um all jenen auf die Schulter zu tippen, die ohne Lizenz die Begriffe „WM 2006“ oder „Fußball WM 2006“ benutzen.

Das Bundespatentgericht entschied gestern in München, dass eine Vielzahl von Produkten und Dienstleistungen nur von der Fifa mit einem der beiden Slogans verwendet werden darf. Fünf Seiten umfasst die Liste, neben elektrischen Schneebesen, Lidschatten und Lederwichse sind auch relevante Dinge aufgeführt: So darf niemand größere Veranstaltungen organisieren, die „WM 2006“ im Namen tragen, auch T-Shirts darf niemand damit bedrucken: nicht mal die Veranstalter der Hockey-WM, die auch 2006 in Deutschland stattfindet. Für andere Dinge gilt der Markenschutz nicht, urteilte das Gericht: Presseerzeugnisse, Bücher oder Münzen dürfen den Schriftzug enthalten. Die Logik erschließt sich nicht auf den ersten Blick: So dürfen Fahnen und Wimpel von jedermann mit „WM 2006“ versehen werden, Schals dagegen nur von der Fifa.

Als Gegner des Weltverbandes hatten sich mehrere Unternehmen zusammengetan, darunter Ferrero, das seit Jahrzehnten vor Fußball-Großereignissen mit Abziehbildern der Nationalspieler wirbt. In ihrem Bestreben, „die Monopolisierung der Sprache“ durch die Fifa zu stoppen, hatten die Firmen vom Deutschen Patent- und Markenamt im Juni Recht bekommen – das Amt hatte die beiden Marken gelöscht, weswegen die Fifa vor das Bundespatentgericht zog. „Wir werden mit hoher Wahrscheinlichkeit Rechtsmittelbeschwerde einlegen“, sagte Patrick Baronikians, Rechtsanwalt der Fifa-Gegner. Diese müsste vor dem Bundesgerichtshof erfolgen – mit langen Wartezeiten. Eine Entscheidung vor der WM wäre unwahrscheinlich. Die Antragsteller hoffen auf schnelle Zulassung.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben