Fifa-Kongress : Lob für deutsche WM-Bewerbung 2011

Fifa-Präsident Joseph Blatter hat Komplimente verteilt. Er lobte die deutsche WM-Bewerbung für die Fußball-WM 2011 der Frauen. Die WM 2010 in Südafrika bereitet aber weiter Kopfzerbrechen.

Blatter
Fifa-Schwergewicht Joseph Blatter lobt die deutsche Bewerbung für die Damen-WM 2011. -Foto: ddp

Guatemala-Stadt Fifa-Präsident Joseph Blatter hat mit einem großen Kompliment für die deutsche Bewerbung um die Frauen-WM 2011 die Hoffnungen auf ein weiteres Fußball-Sommermärchen genährt. "Das ist eine gute Bewerbung. Wenn Deutschland eine Bewerbung macht, ist es immer eine gute Bewerbung", sagte der Chef des Fußball-Weltverbandes. "Die Chancen von Deutschland stehen gut", betonte Blatter. Bei den Vorbereitungen für die Männer-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika nannte der Schweizer Unterkunft und Transport als größte Probleme. Der lange Sorgen bereitende Stadionbau schreite nun voran. Mit dem deutschen Top-Funktionär Horst R. Schmidt als WM-Berater habe man "die halbe Miete" sicher.

Bei der Vergabe der Frauen-WM für 2011 Ende November in Durban (Südafrika) sieht Blatter den Deutschen Fußball-Bund (DFB) offenbar in der Favoritenposition. "Ich habe mit dem DFB und Franz Beckenbauer über das Thema gesprochen, da ist schon was los. Wenn man den Erfolg der WM 2006 in Deutschland bei den Frauen wiederholen kann, würde das den Frauen-Fußball weit voranbringen", sagte Blatter. Neben dem DFB bewerben sich noch die Fußball-Verbände Frankreichs, Perus, Kanadas und Australiens um die Ausrichtung der übernächsten Frauen-WM.

Blatter hält an Südafrika fest

Blatter versicherte erneut, dass die WM 2010 in Südafrika stattfinden werde. Aber: "Es gibt zu wenig Flugzeuge und zu wenig Busse", so der 71-Jährige. Probleme bereitet offenbar ein Streit um Landerechte zwischen dem Fifa-Sponsor Emirates und der South African Airways mit deren Partner Lufthansa. "Aber das sind logistische Dinge, die wir sicher lösen können." Die Sorgen um die Sicherheit spielte der Fifa-Chef herunter: "Wenn man weiß, wo etwas passiert, kann man die notwendigen Vorkehrungen treffen. Ich sage es mal böse, im Moment macht man ein großes Hallo, wenn irgendwo in Südafrika ein Huhn geschlachtet wird. In den USA ist es auch gefährlich."

Vom Prinzip der Kontinental-Rotation bei der WM-Vergabe will Blatter wieder abweichen. Für die WM 2014 wurden nur Bewerbungen aus Südamerika angenommen. Brasilien ist nun einziger Kandidat. Anschließend will Blatter wieder vom Kontinent unabhängige Anträge zulassen. "Entweder, die Rotation geht weiter oder - und das werde ich jetzt präsentieren - man soll es offen lassen. Dann gibt es auch etwas mehr Bewegung", erhofft er sich offenbar mehr Auswahl.

Sorge um das Ansehen des Fußballs

Bedenklich findet er "die Eskalation der Undiszipliniertheiten und der Gewalt. Das hat man gegen Ende der Spielzeiten in Europas Top-Ligen gesehen und zwar nicht nur bei den Zuschauern, sondern auch wenn Spieler aufeinander losgehen", sagte Blatter. Eindringlich mahnte er Profis und Vereinsfunktionäre zur Besserung. "Da stimmt etwas nicht. Die gesellschaftliche Verantwortung beginnt bei den Spielern und bei den Trainern. Da wird es von unserer Seite aus mehr Druck und mehr Dialog geben", kündigte der Fifa-Präsident an.

Seine eigene Zukunft im Amt des wichtigsten Fußball-Funktionärs lässt Blatter weiter offen. Am 31. Mai war der Schweizer für eine dritte Amtszeit bis 2011 per Akklamation wiedergewählt worden. Ob er in vier Jahren nochmals antreten wird, wollte der Walliser nicht verraten: "Ich mache meine Arbeit und dann sehen wir weiter. Ich kann das jetzt noch nicht sagen, sonst wäre ich ja im Leerlauf. Ich kann nicht im Leerlauf sein. Ich muss auf dem Spielfeld sein." (mit dpa)

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