• Fifa-Korruptionsaffäre um Sepp Blatter und Michel Platini: "Störrisch und dreist bis zum bitteren Ende"

Fifa-Korruptionsaffäre um Sepp Blatter und Michel Platini : "Störrisch und dreist bis zum bitteren Ende"

Fifa-Präsident Joseph Blatter und Uefa-Chef Michel Platini stehen in der Korruptionsaffäre unter Druck. Die Presse-Reaktionen im Überblick.

Zunehmend unter Druck: Fifa-Boss Joseph Blatter (li.) und Uefa-Chef Michel Platini. Foto: Reuters
Zunehmend unter Druck: Fifa-Boss Joseph Blatter (li.) und Uefa-Chef Michel Platini.Foto: Reuters

Die Nachricht kam wie ein Paukenschlag: Im Zuge der Ermittlungen gegen Fifa-Chef Joseph Blatter steht auch Uefa-Boss Michel Platini zunehmend unter Druck - die Rede ist von einer ominösen Zahlung des Schweizers an den Franzosen. Die internationale Presse reagiert teils bestürzt, teils mit Ironie, teils abrechnend. Ein Überblick:

Schweiz

Blick: „Blatter droht Gefängnis! Jetzt wirds ganz bitter - Lebensabend hinter Gittern?“

Neue Zürcher Zeitung: „Blatter muss schnellstens gehen“ „Sollten sich die Verdachtsmomente in seinem Fall erhärten, würde Blatter wohl auch seinen Intimfeind und potenziellen
Nachfolger Platini mit in den Abgrund ziehen. Es wäre dies das absurde Ende einer Geschichte, die als Männerfreundschaft begann - und ein Spiegel
des verheerenden Systems Fifa ist.“

Tages-Anzeiger: „Fifa-Skandal erreicht nun auch Blatter“ „Nun rächt sich auch, dass er nie Leute um sich duldete, die ihm mit einem guten Rat dienen wollten, dass er Bücklinge und Hofnarren vorzog und viele andere abservierte, wenn sie ihm nicht mehr von Nutzen waren. Er zahlt einen hohen Preis für sein Wirken während 40 Jahren bei der Fifa. Am Ende kann er nicht einmal mehr auf Mitleid hoffen.“

Basler Zeitung: „Die Wahrheit muss ans Licht“ „Nun sorgt auch noch eine Zahlung Blatters über zwei Millionen Franken an Michel Platini für Aufsehen. Deshalb ist es richtig, dass die Schweizer Bundesanwaltschaft jetzt ein Strafverfahren gegen den scheidenden Fifa-Chef einleitet. Es muss endlich für Klarheit gesorgt werden.“

Großbritannien 

Guardian: „Könnte es das jetzt endlich gewesen sein? Könnte der Mann, der vier Jahrzehnte lang tief eingebunden war in eine Kultur von Vetternwirtschaft und Klientelismus, endlich auf dem Weg heraus sein aus dem prächtigen Gebäude, das eine Organisation beherbergt, die er nach seinem eigenen Bilde geschaffen hat und der er 17 Jahre vorstand?“

Times: „Jetzt wird es ernst für Blatter, den Überlebenskünstler“

Independent: „Wir wussten seit dem Junitag, an dem Sepp Blatter - störrisch und dreist bis zum bitteren Ende - uns gesagt hat, er werde als FIFA-Präsident zurücktreten, dass FBI oder Schweizer Staatsanwaltschaft in bald am Schlafittchen haben würden. Es war nur die Frage, wer von beiden. Aber es sieht aus, als würde Platini mit ihm gemeinsam fallen.“

Daily Mail: „Das Netz zieht sich zusammen um Blatter“

Spanien

El País: „Der Korruptionsskandal bei der FIFA, der im Mai zur Festnahme von sieben führenden Funktionären des
Weltverbandes geführt hatte, hat mit den Ermittlungen gegen Blatter eine neue und größere Dimension angenommen.“

Italien

La Stampa: „Fifa, Chaos ohne Ende, der beschuldigte Blatter zieht Platini mit rein“ „Die endlose Schande einer von Anschuldigungen und Verdächtigungen aller Art durchzogenen Fifa bereichert sich um erwartete Züge und um Neuigkeiten, die unerhörte Szenarien eröffnen: Erwartet wurde die Eröffnung eines Strafverfahrens gegen den Ex-König des Weltfußballs Joseph Blatter. (...) Aber jetzt erschüttert eine neue hypothetische Anklage die hohen Hallen: Blatter wird verdächtigt, auf unrechte Weise zwei Millionen Franken an Uefa-Präsident Michel Platini gezahlt zu haben.“

La Gazzetta dello Sport: „Blatteropoli - Strafverfahren gegen Blatter und ein Schatten auf Platini“

La Repubblica: „Blatter schwärzt Platini an: „Zwei verdächtige Millionen“. Er: Alles regulär.“

Corriere della Sera: „Platini durch Blatter-Gelder in den Fall Fifa hineingezogen.“ (dpa)

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