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Fifa-Korruptionsskandal : Blatter-Vertrauter Jerome Valcke gerät in Verdacht

Einem Bericht der "New York Times" zufolge war Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke verantwortlich für eine Millionenüberweisung an Fifa-Funktionär Jack Warner im Vorfeld der Fußball-WM in Südafrika.

Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke (links) mit Fifa-Präsident Sepp Blatter AFP
Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke (links) mit Fifa-Präsident Sepp BlatterFoto: AFP/Fabrice Coffrini

Kein Tag ohne neue Enthüllungen: Auch in der Woche nach dem turbulenten Fifa-Kongress mit der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Joseph Blatter sieht sich der Fußball-Weltverband mit neuen Anschuldigungen und Verdächtigungen konfrontiert. Besonders pikant ist diesmal allerdings, dass der Name des wichtigsten Blatter-Vertrauten Jérôme Valcke im Zusammenhang mit einer Zehn-Millionen-Dollar-Überweisung genannt wird.
Auch wenn die Fifa am Dienstagvormittag sofort dementierte und ihren Generalsekretär verteidigte, scheint nun auch der innerste Machtzirkel um Fifa-Chef Blatter ins Visier der Korruptions-Ermittler zu rücken. Valcke jedenfalls sagte seine fest geplante Reise zur Eröffnung der Frauen-Fußball-WM nach Kanada am Wochenende ab.

Angesichts „der aktuellen Situation“ sei es wichtig, dass Valcke am Fifa-Sitz in Zürich anwesend sei, sagte eine Sprecherin am Montagabend. Nur wenige Stunden später schien sich die Aussage als weise Vorhersage zu bewahrheiten. Die "New York Times" berichtete, dass die US-Ermittler der Ansicht seien, Valcke sei „der hochrangige Fifa-Offizielle“, der 2008 zehn Millionen Dollar von einem Fifa-Konto in der Schweiz auf ein US-Konto überwiesen habe.

Allerdings sei in der Anklage nicht die Rede davon, dass der Offizielle gewusst habe, dass das Geld für Bestechung verwendet worden sei, hieß es weiter. Valcke sei auch nicht als Mitbeschuldigter genannt. Weder Valcke noch andere aktuelle Mitglieder der Fifa-Führung seien „an der Initiierung, der Bewilligung und Ausführung“ beteiligt gewesen, teilte die Fifa mit.

Dass Valcke von dem Vorgang gewusst habe, sei ein normaler Vorgang

Das Geld landete auf Konten, die vom früheren Fifa-Vizepräsidenten und CONCACAF-Chef Jack Warner kontrolliert worden sein sollen. Warner wird organisierte Kriminalität, Korruption und Geldwäsche vorgeworfen. Der Funktionär war in seinem Heimatland Trinidad und Tobago in der vorigen Woche nach einem Gerichtstermin gegen eine Kaution von 2,5 Millionen Dollar auf freien Fuß gesetzt worden. Das US-Justizministerium hat seine Auslieferung beantragt.

Südafrika hatte im Zusammenhang mit der Zahlung Bestechungsvorwürfe rund um die Vergabe der WM 2010 vehement zurückgewiesen. Die Fifa erklärte zudem, die Überweisung der zehn Millionen Dollar sei vom damaligen Vorsitzenden des Finanzkomitees, des mittlerweile gestorbenen Argentiniers Julio Grondona, genehmigt und gemäß der eigenen Regularien vorgenommen worden. Dass Valcke von dem Vorgang gewusst habe, sei ein normaler Vorgang, erklärte ein Fifa-Sprecher.

Die Zahlung von zehn Millionen Dollar sei von der Regierung Südafrikas und vom südafrikanischen Fußball-Verband genehmigt worden, um ein Projekt für die Unterstützung der afrikanischen Diaspora in der Karibik zu finanzieren, hieß es in einer Mitteilung.

Unabhängig von neuen Enthüllungen oder Dementis: Das öffentliche Bild der Fifa bleibt verheerend. 88 Prozent der Deutschen halten Korruption im Weltverband für „wahrscheinlich“. 81 Prozent davon sind überzeugt, dass Fifa-Präsident Joseph Blatter persönlich verwickelt ist oder war. Das ist das Ergebnis einer yougov-Umfrage unter 1006 Teilnehmern, die von Freitag bis Sonntag durchgeführt wurde. (dpa)

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