Fifa : Rassismus im Stadion wird bestraft

Mit drakonischen Strafen will die Fifa den Rassismus in den Fußballstadien bekämpfen. Künftig droht Vereinen, in deren Arenen es zu rassistischen Vorfällen kommt, nicht nur ein Punkteabzug, sondern im Wiederholungsfall sogar ein Zwangsabstieg.

Madrid/Zürich - Der Fußball-Weltverband wies darauf hin, dass die Konföderationen und Mitgliedsverbände verpflichtet sind, die neuen Strafbestimmungen in ihr Reglement aufzunehmen. «Bei Missachtung dieser Bestimmung kann der betreffende Verband für zwei Jahre vom internationalen Spielbetrieb ausgeschlossen werden», drohte die Fifa.

Die neuen Fifa-Bestimmungen sehen vor, dass bei rassistischen oder diskriminierenden Vorfällen in Fußballstadien die betreffenden Clubs mit Spielsperren oder Punkteabzug bestraft werden. Beim ersten Vergehen können drei Punkte abgezogen werden, im Wiederholungsfall sechs Punkte, und bei jedem weiteren Vergehen kann ein Zwangsabstieg oder Wettbewerbsausschluss eines Teams verhängt werden.

«Ich habe auch im Namen der Fifa wiederholt meine klare Haltung gegen Rassismus und Diskriminierung zum Ausdruck gebracht», betonte Blatter. «Doch die jüngsten Ereignisse haben gezeigt, dass wir dringend gemeinsam noch härtere Maßnahmen ergreifen müssen, um dieses Übel aus dem Fußball zu verbannen.»

Der französische Nationalspieler Lilian Thuram (Juventus Turin) hatte vor dem Fifa-Gremium über den Rassismus im Fußball Bericht erstattet. Er begründete, weshalb die Vereine für das rassistische Verhalten einzelner Fans bestraft werden sollen: «Wenn rassistische Rufe oder Beleidigungen zu hören sind, kommen diese nicht von zwei oder drei vereinzelten Zuschauern, sondern von organisierten Gruppen. Diese können die Verantwortlichen der Vereine leicht identifizieren und ausschließen, wie man es beispielsweise schon mit den Hooligans gemacht hat.»

In Spanien legte die Regierung einen Tag nach den Fifa-Beschlüssen ein Gesetzesprojekt vor, in dem die Strafbestimmungen des Weltverbandes aufgegriffen werden. Danach müssen die Vereine ihre Fans strenger überwachen und über die Kontrollen Buch führen. «Bei Gewalt und Rassismus muss es eine Politik der Null-Toleranz geben», betonte Vizeregierungschefin María Teresa Fernández de la Vega.

In Madrid hatten im November 2004 im Bernabéu-Stadion beim Länderspiel Spanien gegen England Tausende von Zuschauern die dunkelhäutigen Spieler des englischen Teams verhöhnt. In Saragossa stand vor knapp zwei Monaten die Ligapartie Real Saragossa gegen FC Barcelona wegen Schmährufen gegen den Barça-Torjäger Samuel Eto'o am Rande des Abbruchs. Der spanische Verband RFEF ließ es bei einer Geldstrafe von 9000 Euro für Saragossa bewenden. Von Hubert Kahl, dpa (tso/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar