Fifa-Wahlkampf : Michel Platini: Blatter „wollte mich erledigen“

Michel Platini sagt, dass Joseph Blatter ihn mit aller Macht als Fifa-Präsidenten verhindern wollte. Der DFB berät am 22. Januar über seine Strategie bei der Fifa-Präsidentschaftswahl

Unter Feinden. Sepp Blatter (links) und Michel Platini waren einmal Freunde, inzwischen haben sie sich nichts mehr zu sagen.
Unter Feinden. Sepp Blatter (links) und Michel Platini waren einmal Freunde, inzwischen haben sie sich nichts mehr zu sagen.Foto: dpa

Michel Platini hat den ebenfalls gesperrten Joseph Blatter für seine verhinderte Karriere als möglicher Fifa-Präsident verantwortlich gemacht. „Alles ist von Blatter ausgegangen, er wollte mich erledigen“, sagte der für acht Jahre vom Fußball verbannte Uefa-Präsident der Sportzeitung „L'Équipe“ (Freitag). „Er wollte nicht, dass ich zur Fifa gehe. Er hat oft gesagt, dass ich sein letzter Skalp wäre, aber er ist zur gleichen Zeit gestürzt wie ich.“
Platini hatte am Donnerstag seinen endgültigen Rückzug aus dem Rennen um den Chef-Posten beim Weltverband erklärt. Der Franzose hätte für eine Kandidatur bei der Wahl am 26. Februar ohnehin erst erfolgreich gegen seine Sperre durch die Ethik-Kommission des Weltverbandes vorgehen müssen.
Das Gremium hatte die beiden Top-Funktionäre gesperrt, weil es für eine Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken von Blatter an Platini aus dem Jahr 2011 keine rechtliche Grundlage gegeben habe.
Derweil will der Deutsche Fußball-Bund nach dem erwarteten Rückzug von Platini in zwei Wochen seine weitere Strategie im Rennen um den Chefposten des Weltverbands besprechen. „Das Präsidium wird in seiner nächsten Sitzung am 22. Januar darüber beraten, welchen Kandidaten der deutsche Fußball bei der Wahl zum Fifa-Präsidenten nunmehr unterstützen wird“, sagte DFB-Interimspräsident Reinhard Rauball am Freitag auf dpa-Anfrage. „Zuvor werden wir uns darüber selbstverständlich auch eng mit der Uefa und Wolfgang Niersbach, dem deutschen Vertreter im Exekutivkomitee von Fifa und Uefa, abstimmen.“
Angesichts der Acht-Jahre-Sperre für Platini durch die Fifa-Ethikkommission kam der endgültige Verzicht auf eine Kandidatur des Uefa-Chefs auch für den DFB nicht überraschend. Rauball sprach von einem „erwartungsgemäßen“ Schritt.


Favorit auf die Nachfolge des ebenfalls gesperrten Joseph Blatter ist derzeit Scheich Salman bin Ibrahim Al Chalifa aus Bahrain. Zuletzt hatte sich auch Rauball positiv über den Chef der asiatischen Konföderation geäußert. Dieser steht in der Kritik von Menschenrechtsorganisation. Seiner Familie wird vorgeworfen, an der Niederschlagung der Anti-Regierungsproteste im Bahrain beteiligt gewesen zu sein. dpa

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