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Final Four im Volleyball : BR Volleys: Gut gespielt, nichts gewonnen

Gegen die Allerbesten reicht es für die Berliner in Rom bei der Finalrunde der Champions League noch nicht: Die Volleys verlieren auch das Spiel um Platz drei.

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Außer Spesen noch Erfahrung gesammelt. Die BR Volleys beim Spiel um Platz 3.
Außer Spesen noch Erfahrung gesammelt. Die BR Volleys beim Spiel um Platz 3.Foto: Matthias Koch/Imago

Das Wetter am Sonntag in Rom war traumhaft schön, die ewige Stadt strahlte. Um sich bei diesen Bedingungen in den alten Sportpalast zu begeben, der architektonisch nicht viel hergibt, braucht es schon gute Gründe. Zumal sportlich am Sonntag auch noch das berüchtigte Derby zwischen dem AS Rom und Lazio Rom anstand. In Italien aber ist Volleyball offenbar ein guter Grund.

Schon auf dem Weg in Richtung Halle bebte der Boden. Die Italiener mögen es laut. Der altehrwürdige Sportpalast, anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1960 hochgezogen, wirkte eher wie Club denn Sportstätte. Wie schon am Vortag war die 12.000 Zuschauer fassende Mehrzweckhalle beim Final Four, dem Aufeinandertreffen der besten vier Volleyballteams Europas, fast voll.

Und wie schon am Samstag gegen Kasan waren die BR Volleys Außenseiter. Im Spiel um Platz drei trafen die Berliner auf Civitanova. Die Italiener hatten am Samstag etwas überraschend gegen Perugia verloren, nach einem nicht enden wollenden Match über fünf Sätze. Die Kraft reichte bei Civitanova aber noch für die Volleys. Das Team von Trainer Gianlorenzo Blengini setzte sich 3:1 (29:27, 22:25, 25:21, 25:21) durch. Die Russen aus Kasan besiegten Perugia am Abend 3:0 (25:15, 25:23, 25:14) und holten sich damit den Titel zum dritten Mal in Folge.

Mehr aber als ein Satzgewinn sollte für das Team von Serniotti nicht herausspringen

„Klar sind wir enttäuscht. Wir sind Letzter geworden“, sagte Volleys-Zuspieler Sebastian Kühner. „Aber wir können auch stolz sein, weil wir hier stabil gespielt haben. Wir haben gezeigt, auf welchem Niveau wir mithalten können.“

Dass das Spiel um Platz drei nicht schnell vorbei sein würde, deutete sich im ersten Satz an. Hin und her ging es. Der Berliner Trainer Roberto Serniotti hatte seine Startformation auf einer Position verändert und Sebastian Kühner für Tsimafei Zhukouski gebracht. Die Volleys spielten wie über weite Strecken gegen Kasan gut, sie waren stabil in der Annahme und meist souverän im Angriff. Besonders der Australier Paul Carroll tat sich hierbei hervor. Er punktete im ersten Satz zehn Mal. Reichen sollte dies aber nicht, nach einem Annahmefehler von Robert Kromm hatten die Italiener Satzball und nutzten diesen auch.

Die Anhänger von Civitanova wurden laut, schlugen ihre Klatschpappen mit voller Kraft auf ihre Hände oder Schenkel. Doch die Fans sollten sich bald beruhigen. Die Volleys blieben konstant in ihrem Spiel. Nicht aber die Italiener, deren bester Mann, der bullige Tsvetan Sokolov, plötzlich Fehler machte in der entscheidenden Phase des Satzes.

Mehr aber als dieser eine Satzgewinn sollte für das Team von Serniotti nicht herausspringen. Die Durchgänge drei und vier gewann Civitanova nach jeweils hartem Kampf. Somit bleibt als Fazit für die Volleys: Gut gespielt, aber nichts gewonnen in Rom. Das soll aus Berliner Sicht schon am kommenden Mittwoch anders werden. Dann treffen die Volleys in der Max-Schmeling-Halle im Play-off-Finale der Bundesliga auf Friedrichshafen. Deutscher Meister wird, wer zuerst zwei Mal gewonnen hat. Das erste Spiel ging an das Team vom Bodensee. Sollte das am Mittwoch wieder der Fall sein, sollte Friedrichshafen wieder gewinnen, wäre die Saison für die Volleys vorbei, ganz ohne Titel. Soweit ist es aber noch nicht, wie der in Rom starke Volleys-Libero Luke Perry zum Ausdruck brachte: „Wir werden uns jetzt erholen und am Mittwoch gewinnen. Wir sind hochmotiviert.“

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