Final Four in Berlin : Panathinaikos triumphiert

Durch einen 73:71-Sieg im Finale gegen ZSKA Moskau gewinnt Panathinaikos Athen in der Arena am Ostbahnhof zum fünften Mal die Basketball-Europaliga.

Benedikt Voigt[Berlin]

Einer Basketballfangruppe dürfte es besonders schwer gefallen sein, zum Final Four nach Berlin zu fahren. Knapp 100 Fans des spanischen Klubs Tau Vitoria befanden sich gestern unter den 13 500 Zuschauern in der Großarena am Ostbahnhof, und das, obwohl sich ihre Mannschaft nicht für das Turnier qualifiziert hatte. Doch sie hatten bereits eines der bis zu 1200 Euro teuren Tickets gekauft. Am Sonntagabend konnten sie sich zumindest trösten, Zeugen einer Dreier-Show von Panathinaikos Athen und einer dramatischen Schlussminute gewesen zu sein. Beim 73:71 (48:28)-Sieg von Panathinaikos Athen feuerten die Griechen im zweiten Viertel traumsicher aus der Distanz und behaupteten am Schluss einen knappen Vorsprung gegen die leicht favorisierten Spieler von ZSKA Moskau. Es war der fünfte Europaligatitel für Panathinaikos, zum zweiten Mal nach 2007 hatte der Klub Moskau in einem Finale bezwungen.

Das Endspiel geriet schnell zu einer Party in Grün. Am Anfang konnten sich die Moskauer, die zum vierten Mal in Folge im Finale standen, zwar kurzzeitig mit sechs Punkten absetzen. Vor allem der in Russland eingebürgerte US-Amerikaner J.R. Holden trieb ZSKA mit insgesamt 14 Punkten an. Doch dann fand das Team kein Mittel mehr gegen die starke Verteidigung der Athener, die sich im zweiten Viertel mit sieben Dreiern absetzten. Vassilis Spanoulis und Antonis Fotsis waren mit 13 Punkten beste Werfer der Athener.

Die ersten Fans des Halbfinalisten Olympiakos Piräus verließen zur Pause die Halle, sie wollten offenbar einen Triumph ihres verhassten griechischen Rivalen nicht mitansehen. Doch die zweite Halbzeit hätte ihnen gefallen, Moskau verteidigte intensiver und begann, selber die ersten Dreipunktewürfe zu treffen. Die 23-Punkte-Führung von Panathinaikos begann zu schmelzen. Immer, wenn Moskau auf sechs oder fünf Punkte herangekommen war, beruhigten die Athener die Nerven ihrer rund 2500 unaufhörlich singenden Fans – mit einem Dreier. Doch 20 Sekunden vor Schluss traf Moskaus Ramunsas Siskauskas einen Dreier zum 69:70. Der Litauer hatte sogar mit der Schlusssirene die Gelegenheit, das Spiel mit einem Dreier zu gewinnen. Doch der Ball prallte vom Ring ab, und dann brach der Jubel los.

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