Finale gegen Federer : Djokovic siegt ohne Becker

Im Endspiel von Indian Wells musste Novak Djokovic auf Boris Becker verzichten. Doch auch ohne seinen Trainer gewann der Serbe den Tennis-Klassiker gegen Roger Federer im Tiebreak des dritten Satzes.

Novak Djokovic (links) und Roger Federer.
Novak Djokovic (links) und Roger Federer.Foto: dpa

Kein Boris Becker, kein Problem. Erstmals in diesem Jahr trat Novak Djokovic ohne seinen deutschen Teilzeittrainer bei einem Tennisturnier an, und prompt gewann der Serbe das prestigeträchtige ATP-Masters von Indian Wells. Djokovic entschied am Sonntag (Ortszeit) ein hochklassiges Endspiel gegen Roger Federer mit 3:6, 6:3, 7:6 (7:3) für sich und sorgte somit im fünften Finale für die erste Niederlage des Schweizers in der kalifornischen Wüste. Bei den Frauen gab es eine Premiere: In Flavia Pennetta kam die Siegerin erstmals aus Italien. Die 32-Jährige hatte mit der am linken Knie verletzten Polin Agnieszka Radwanska wenig Mühe und gewann 6:2, 6:1.

„Ich musste mein bestes Spiel zeigen und bis zum Schluss voll konzentriert bleiben. Das ist mir gelungen, ich bin sehr stolz auf meinen Erfolg hier“, freute sich ein erleichterter Djokovic. Nach 2008 und 2011 ist er zum dritten Mal Champion des mit 6,17 Millionen Dollar dotierten Turniers. Dabei sah es anfangs gar nicht danach aus. Federer brauchte nur 31 Minuten zum Gewinn des ersten Satzes. Erst danach fand Djokovic besser in die Partie.

„Er hat im zweiten Satz einige kritische Punkte gemacht, als das Match in beide Richtungen hätte kippen können. Hut ab davor“, lobte Federer. Er ist mit vier Turniersiegen der Rekordchampion von Indian Wells und hatte im Entscheidungssatz eigentlich alle Vorteile auf seiner Seite. Nach einem 4:5-Rückstand schaffte der 32-Jährige das wichtige Break und brachte anschließend sein Service zum 6:5 durch. Als Djokovic jedoch seinen Aufschlag hielt, musste im 33. Duell der Superstars zum zweiten Mal ein Tiebreak die Entscheidung bringen. Hier lag der „Djoker“ schnell mit 5:1 vorn und nutzte nach 2:12 Stunden seinen zweiten Matchball zum Sieg.

„Ich bin mental stark geblieben und das gibt mir hoffentlich einen riesigen Schub Selbstbewusstsein für den Rest der Saison“, betonte Djokovic, der mit 99 Punkten genau einen Zähler mehr verbuchte als Federer. Für seinen 42. Turniersieg kassierte der Weltranglisten-Zweite ein Preisgeld von einer Million Dollar und zog in der ewigen Bestenliste an Stefan Edberg vorbei auf Platz 14. Federer hat sich trotz der Niederlage im globalen Ranking um drei Positionen verbessert und ist jetzt Fünfter.

Einen Sprung um neun Plätze machte Flavia Pennetta. Sie ist jetzt Nummer zwölf. Doch viel wichtiger als diese Verbesserung war für die Italienerin ihr Sieg bei einem der wichtigsten Turniere. „Auf diesen Augenblick habe ich nach all den Jahren harter Arbeit gewartet“, meinte die Rechtshänderin. Als Nummer 20 der Setzliste war Pennetta gestartet - nie zuvor hatte jemand es von einer so niedrigen Position in Indian Wells auf den Thron geschafft.

Noch beeindruckender ist Pennettas Aufstieg in den vergangenen neun Monaten. Im Juni 2013 war sie noch die Nummer 166 der Welt und spielte mit dem Gedanken, ihre Karriere zu beenden. „Ich dachte, 'Oh mein Gott, ich kann kein Tennis mehr spielen.' Und jetzt habe ich hier diese Trophäe in meinen Händen“, so Pennetta. Im Halbfinale hatte sie mit Li Na aus China bereits den Australian Open-Champion eliminiert. Das Endspiel wurde für sie dann zu einem „Spaziergang“, wie die ESPN-Kommentatoren betonten.

Denn Radwanska musste zu Beginn des zweiten Satzes am linken Knie behandelt werden, konnte sich kaum noch richtig bewegen und war nicht mehr als eine Statistin. „Wenn die Schmerzen so groß sind, dass selbst Tabletten und Bandagen nicht mehr helfen, dann ist das ein schlechtes Zeichen“, meinte die polnische Weltranglisten-Dritte unter Tränen. Es scheint unwahrscheinlich, dass sie in dieser Woche beim Hartplatz-Event in Miami antritt. Sie wäre nach Victoria Asarenka aus Weißrussland der zweite verletzungsbedingte Ausfall. (dpa)

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