Sport : Finalserie im Basketball beginnt

Benedikt Voigt

Berlin - Robert Maras nahm fünf Treppenstufen auf einmal und flüchtete durch den nächsten Ausgang. Malick Badiane und Chris Williams rannten ein paar Meter hinter ihrem ehemaligen Mannschaftskollegen her, um einem ähnlichen Schicksal zu entgehen, wie es zuvor Kotrainer Simon Cote ereilt hat. Diesen schleppten Badiane und Williams trotz seines teuren Anzugs unter eine laufende Dusche. „Sie sind noch jung“, kommentierte Frankfurts Aufbauspieler Pascal Roller den Übermut der Teamkollegen nach dem Halbfinalerfolg über Alba Berlin. „Aber sie feiern ein bisschen früh.“ Die wichtigste Aufgabe wartet heute (16 Uhr, live auf Premiere) auf die Skyliners. Im Bamberger Forum beginnt für sie die Finalserie um die deutsche Basketball-Meisterschaft gegen GHP Bamberg.

Es geht in der Serie nach dem Modus „Best of five“ darum, den Meistertitel zu verteidigen, den Frankfurt vor Jahresfrist gegen denselben Gegner mit 3:2 Siegen gewonnen hat. „Wir haben eine Hand an der Meisterschale, jetzt müssen wir noch die andere Hand drankriegen“, sagt Trainer Murat Didin. Dagegen hat aber Bambergs Trainer Dirk Bauermann etwas einzuwenden, der nach den Finalniederlagen 2003 und 2004 endlich den ersten Titel nach Bamberg holen möchte. „Wir sind einfach mal dran“, sagt Bauermann selbstbewusst.

Rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt spielt die Mannschaft aus Frankfurt den besten Basketball in dieser Saison. Für Frankfurt wäre der zweite Meistertitel in Folge finanziell wichtig. Er könnte bei der Sponsorensuche helfen. Der Namenssponsor Opel verlängerte sein Engagement um ein weiteres Jahr, zu deutlich reduzierten Bedingungen allerdings. Der neue Vertrag hilft, die Existenz des Vereins nicht zu gefährden, der bis zum 30. Juni im Lizenzierungsverfahren der Basketball-Bundesliga 75 Prozent der Sponsorengelder nachweisen muss. Falls der Klub vor oder während der Saison 2005/2006 einen neuen Hauptsponsor findet, werden die Leistungen des Autobauers weiter reduziert.

Es deutet sich an, dass die Frankfurter Mannschaft kommende Saison ein anderes Gesicht erhält. Chris Williams, mit durchschnittlich 18,92 Punkten drittbester Werfer der Europaliga, hat seinen Marktwert in Europa enorm gesteigert. Und Trainer Didin liegt ein hoch dotiertes Angebot von Besiktas Istanbul vor. Ein Grund mehr für beide, sich als Meister zu verabschieden. In diesem Fall aber sollte sich Robert Maras wieder schnell in Sicherheit bringen.

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