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Finalserie in der Bundesliga : Berlin Volleys gleichen gegen Friedrichshafen aus

Die BR Volleys haben im sechsten Versuch den ersten Saisonsieg gegen den VfB errungen. Damit steht es in der Finalserie 1:1.

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Die Berliner Spieler Paul Carroll (l-r), Robert Kromm, Ruben Schott und Graham Vigrass freuen sich über einen Punkt, der sie mit 2:1 Punkten in Führung brachte. Foto: dpa
Die Berliner Spieler Paul Carroll (l-r), Robert Kromm, Ruben Schott und Graham Vigrass freuen sich über einen Punkt, der sie mit...Foto: dpa

Felix Fischer plumpste auf den Boden und schrie all seine Freude heraus. Noch im Fallen hatte der Mittelblocker der BR Volleys den Ball mit voller Wucht in die Hälfte der Friedrichshafener geschlagen. Es war ein Punkt Mitte des vierten Satzes, noch keine entscheidende Phase also, aber wie Fischer mit geballter Entschlossenheit diesen Punkt erzielen wollte und wie ausgelassen der 34-Jährige mit seinen Teamkollegen diesen Punkt feierte, zeigte vor allem eines: die Berliner wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen.

Dank einer großen Energieleistung gelang dies auch, zum ersten Mal in dieser Saison besiegten die Volleys den VfB Friedrichshafen, im bereits sechsten Duell. Die Mannschaft von Trainer Roberto Serniotti gewann das hitzige und überaus umkämpfte zweite Play-off-Finalspiel gegen Friedrichshafen mit 3:1 (24:26, 25:23, 25:16, 25:21). Damit glichen die Berliner am Mittwochabend vor 7895 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle nach der 0:3-Auftaktniederlage die Serie „Best of three“ mit 1:1 aus. Der Deutsche Meister wird nun am Sonntag in Friedrichshafen ermittelt.

Außerdem verlängerten die Volleys mit dem Erfolg die Karriere von Fischer, der nach der Saison aufhört, um ein weiteres Spiel. „Wir geben einfach nicht auf, kommen immer wieder zurück“, sagte er. „Und wir werden dieses verdammte nächste Spiel gewinnen.“ Da es Fischers letztes Heimspiel war, wurde er nach der Partie frenetisch von den Fans gefeiert. Doch zuvor war die Stimmung alles andere als ausgelassen. Es ging sehr angespannt zu.

Trainer Serniotti sah nach einem verbalen Schlagabtausch die Rote Karte

Bei den Berlinern begann Sebastian Kühner auf der Zuspielerposition anstelle von Tsimafei Zhukouski. Der 30-Jährige zeigte sich zuletzt besser in Form und spielte auch beim Final Four in der Champions League in Rom die meiste Zeit. Doch die Berliner gerieten sofort unter Druck. Sie lagen gleich mit 0:4 zurück. Aber sie berappelten sich schnell. Dank eines Blocks von Graham Vigrass und eines cleveren Angriffs von Robert Kromm glichen sie zum 4:4 aus. Die hitzige Atmosphäre schaukelte sich immer weiter hoch, denn es ging weiter sehr eng zu. Beim Stand von 24:23 hatten die Berliner den ersten Satzball. Den konnten sie allerdings nicht nutzen, kurz darauf holten sich die Friedrichshafener mit ihrem ersten Satzball den Durchgang mit 26:24.

Auch der zweite Satz ging für die Volleys wenig verheißungsvoll los. Wieder hatten sie Probleme in der Annahme und so lagen sie 2:5 hinten. Doch wieder kämpften sich die Berliner zurück (6:7). Dann wechselte Trainer Roberto Serniotti Zuspieler Kühner aus, brachte Zhukouski und wenig später lagen die Gastgeber vorne (10:9). Diesen Vorsprung konnten sie auf 18:14 ausbauen.

Danach kamen die Gäste aber wieder näher ran, und die Berliner verzettelten sich in Schiedsrichterdiskussionen wegen einiger strittiger Entscheidungen. Schließlich regte sich Serniotti nach einem verbalen Schlagabtausch mit Friedrichshafens Trainer Vital Heynen so sehr auf, dass er die Rote Karte bekam, was im Volleyball auch einen Punkt für den Gegner bedeutet. Und plötzlich stand es 22:22. Die Berliner antworteten mit viel Wut im Bauch. Nach einem Block von Felix Fischer führten sie 24:22, und nach einem Aufschlagfehler der Friedrichshafener holten sich die Volleys den Satz mit 25:23.

Im Vergleich zu den vorangegangen Durchgängen fiel der Rückstand für die Berliner danach angenehm aus: nur 0:2. So hatten sie es leichter aufzuholen (5:4). Dann konnten sich die Gastgeber etwas absetzen (16:14). Und weil Außenangreifer Ruben Schott zu grandioser Form auflief, bauten sie ihren Vorsprung auf 22:15 aus. So gewannen die Berliner den dritten Satz mit 25:16. Die Zuschauer tobten vor Begeisterung und es schwappte eine Welle durch die Max-Schmeling-Halle.

Noch lauter wurde es, als die Berliner auch im vierten Satz groß aufspielten – und sich den Sieg sicherten.

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