Finalserie in der MLB : Die wichtigsten Fragen zur World Series

In der Nacht auf Mittwoch startet die World Series in der Major League Baseball zwischen den Kansas City Royals und den New York Mets. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Endspielserie.

von
Die World Series kehrt zurück nach Kansas City.
Die World Series kehrt zurück nach Kansas City.Foto: dpa

Warum heißt die World Series eigentlich World Series?

Darüber gehen die Meinungen auseinander. Angeblich wurde die erste "echte" World Series im Jahre 1903 von der Zeitung New York World gesponsert, weshalb die Endspiele "World Series" genannt wurden. Allerdings gibt es dafür kaum stichhaltige Beweise. Wahrscheinlicher ist die Tatsache, dass der zuvor in den 1880er Jahren verwendete Name "World Championship Series" einfach in Kurzform neu etabliert wurde. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass die US-Amerikaner damals schon geglaubt haben, der Meister ihres Landes (oder ihrer Liga) hätte auch das beste Baseball-Team der Welt. Daran hat sich bis heute übrigens wenig geändert.

Ist die World Series in den USA ähnlich wichtig wie der Superbowl?

Nein, nicht mal ansatzweise. Die Einschaltquoten für die Endspielserie in der MLB sind seit Jahren rückläufig. Sie bewegen sich im Moment in etwa auf dem Niveau der NBA-Finals. Im vergangenen Jahr lief das entscheidende siebte Spiel zwischen Kansas City und San Francisco in rund 19 Millionen US-Haushalten im Fernsehen. Zum Vergleich: den letzten Superbowl verfolgten in den USA 114 Millionen Menschen im TV. Selbst wenn man die Quoten aus allen sieben Baseball-Endspielen 2014 addieren würde, würde der Wert des NFL-Endspiels nicht ansatzweise erreicht. Das mag auch daran liegen, dass es kein mit der Halbzeitshow im Superbowl vergleichbares Unterhaltungsprogramm in der World Series gibt. Zwar wird die Nationalhymne vor den Spielen in der Regel von einem Prominenten gesungen oder gespielt, auch gibt es das "God Bless America" in der der Pause des 7. Innings, aber das ist vergleichsweise unspektakulär.

In der World Series 2015 stehen sich die Kansas City Royals und die New Mork Mets gegenüber. War damit zu rechnen?

Eher nicht. Kansas City zählte nach der knapp verlorenen World Series 2014 zwar zu den Favoriten in der American League, das Team aus Missouri bekommt aber längst nicht die Aufmerksamkeit wie beispielsweise die New York Yankees oder die Boston Red Sox. Trotzdem ist der erneute Finaleinzug nicht wirklich überraschend. Ganz anders verhält es sich mit den New York Mets. Schon den Einzug des Champions der National League in die Playoffs hatten nur wenige Experten auf dem Zettel. Dort liefen die Mets dann heiß und setzten sich gegen die favorisierten Los Angeles Dodgers (3:2-Siege) und danach mit 4:0 gegen die Chicago Cubs durch.

Was zeichnet die Kansas City Royals aus?

Die Royals spielen Baseball auf die traditionelle Art. Es gibt keine wirklichen Power-Hitter im Line-Up, dafür schaffen es die Spieler von Manager Ned Yost fast immer, den Schläger irgendwie an den Ball zu bekommen. Das Team ist auf allen neun Offensivpositionen nahezu gleich stark besetzt. Dazu zeichnet die Royals eine hohe Spielintelligenz aus. Defensiv ist die Mannschaft extrem solide. Eine kleine Schwäche könnte das Starting Pitching sein, dass in den beiden Playoff-Runden gegen die Houston Astros (3:2) und die Toronto Blue Jays (4:2) nicht nicht restlos überzeugen konnte. Dafür verfügt Kansas City über den wohl besten Bullpen (Gruppe der Einwechselwerfer) der gesamten MLB.

Was macht die New York Mets so stark?

Die Mets haben sehr junge Starting Pitcher, die den Ball extrem hart werfen können. Darüber hinaus ist die Offensive nach einigen Transfers während der Saison deutlich stärker geworden. Homeruns sind in den Playoffs zum Markenzeichen geworden. Dazu überraschten die Mets in den bisherigen Playoff-Spielen mit mutigem bis verwegenem Baserunning. Im Vergleich zu den Royals sieht es im Bullpen vor dem starken Closer Jeurys Familia deutlich dünner aus.

Welcher Spieler könnte in der World Series 2015 den Unterschied ausmachen?

Vielen Fans dürfte die unfassbare Leistung von Madison Bumgarner in der letzten World Series noch in Erinnerung sein. Der Pitcher der San Francisco Giants besiegte Kansas City 2014 fast im Alleingang. Auch wenn die Mets starke Werfer haben, ist ein ähnliche Vorstellung eines einzelnen Pitchers eher unwahrscheinlich. Was die Offensive angeht, sind alle Augen auf Daniel Murphy gerichtet. Der linkshändige Second Baseman der Mets hat in sechs aufeinander folgenden Playoff-Spielen einen Homerun geschlagen und damit einen MLB-Rekord aufgestellt. Direkt hinter ihm schlägt Yoenis Cespedes. Nach seiner Verpflichtung im Sommer drehte New York erst richtig auf, in die World Series geht Cespedes allerdings leicht angeschlagen. Aus dem geschlossenen Royals-Team ragt Lorenzo Cain heraus. Der Outfielder bringt nicht nur viele Bälle ins Spiel und ist extrem schnell auf den Bases unterwegs. Er fängt zudem viele Bälle in der Defensive ab, die für die meisten anderen Spieler auf seiner Position unerreichbar sind. Aus dem starken Bullpen der Royals ragen Kelvin Herrera und Closer Wade Davis heraus. Führt Kansas City erst einmal, wird es ganz schwer für die Gegner, gegen diese Pitcher noch einmal zurückzukommen.

Wie wichtig ist der Heimvorteil in der Serie?

Eher nicht so wichtig. Kansas City konnte schon im vergangenen Jahr Spiel sieben daheim austragen, verlor aber dennoch. In den bisher 31 Playoff-Spielen 2015 gab es 16 Heimsiege und 15 Auswärtserfolge. Kansas City hat allerdings eine Heimbilanz von 5:1, die Mets stehen bei 4:1. Die Auswärtsmannschaft hat den Vorteil vorlegen zu können, was den New Yorkern in all ihren Spielen im gegnerischen Stadion gelang. Viermal punkteten die Mets gleich im ersten Inning. Dafür geht das Heimteam bei einem Rückstand als letztes in die Offensive. Das kann in einer engen Schlussphase noch den Ausschlag geben.

Wo gibt es die World Series in Deutschland im TV zu sehen?

Im deutschen Pay-TV bei Sport1 US im Originalton oder kostenpflichtig via Internetstream über MLB.TV. Das erste Spiel beginnt in der Nacht auf Mittwoch um 1 Uhr deutscher Zeit, das zweite dann in der folgenden Nacht auf Donnerstag (ebenfalls 1 Uhr). Dann wechselt die Best-of-Seven-Serie nach einem Ruhetag nach New York (Nacht auf Samstag und Nacht auf Sonntag, jeweils 1 Uhr). Ein mögliches fünftes Spiel würde in der Nacht auf Sonntag ebenfalls in New York stattfinden, die Spiele sechs und sieben (wenn nötig) werden dann wieder in Kansas City ausgetragen (Nacht auf Mittwoch und Donnerstag der kommenden Woche).

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben