• FINALSPIELE MIT TEAMS AUS DEMSELBEN LAND: Es muss nicht immer langweilig sein

FINALSPIELE MIT TEAMS AUS DEMSELBEN LAND : Es muss nicht immer langweilig sein

Ein Europapokalfinale zwischen zwei Teams aus demselben Land erscheint unattraktiv. Doch das muss nicht so sein. Wir haben eine Auswahl an Endspielen gefunden, bei denen sich wie heute im Europa-League-Endspiel in Dublin mit dem FC Porto und Sporting Braga Teams aus der eigenen Liga gegenüberstanden. Duelle, die mitunter spannend waren.

Champions-League-Finale 2000:

Real Madrid – FC Valencia 3:0

Im Finale von Paris findet eine ansonsten katastrophale Saison für Real Madrid einen versöhnlichen Abschluss. In der spanischen Liga wird Real nur Fünfter – noch hinter Real Saragossa. Für den FC Valencia verlief die Saison als Dritter weitaus erfreulicher, doch an diesem Tag entlädt sich Reals aufgestauter Frust in 90 Minuten rauschhaften Fußballs. Sogar der Millionenflop Steve McManaman trifft neben Fernando Morientes und Raul. Nicolas Anelka macht sein vielleicht bestes Spiel für Real und wird nach 80 Minuten unter Beifall ausgewechselt. Wochen zuvor war er noch im Kofferraum seines Bruders aus der spanischen Hauptstadt geflohen. Nach einem Trainingsstreik und der folgenden internen Sperre wollte er lauernden Reportern entfliehen. Dass er im Endspiel überhaupt aufgestellt wird, überrascht viele. Trotz seiner Glanzleistung gibt es für den charakterlich schwierigen Anelka keine Zukunft in Madrid. Wenige Wochen nach dem Triumph wechselt er zurück in seine Heimat zu Paris St. Germain.

Uefa-Cup-Finale 2007:

FC Sevilla – Espanyol Barcelona 2:2, 3:1 i.E.

Vor vier Jahren hieß die Europa League noch Uefa-Cup. Mit dem Titelverteidiger FC Sevilla und Espanyol Barcelona stehen sich zwei Teams aus Spanien im Hampden Park von Glasgow gegenüber. Das es wohl zu einem rein spanischen Endspiel kommt, ist schon vor dem Halbfinale abzusehen. In Osasuna, Sevilla und Espanyol kommen drei der vier Halbfinalisten aus dem südeuropäischen Land. Nur Werder Bremen stellt sich der spanischen Übermacht entgegen, hat aber gegen Espanyol Barcelona nicht den Hauch einer Chance. Aus dem im Vorfeld als unattraktiv angesehenen Spiel entwickelt sich ein rassiges Duell. Beide Mannschaften erzielen in der ersten halben Stunde ein Tor, danach wogt das Spiel hin und her. Nach 90 Minuten steht es 1:1, es geht in die Verlängerung. Als Sevillas Antonio Puerta das Feld in der 115. verlässt, führt sein Team 2:1. Puerta hat kaum auf der Bank Platz genommen, da trifft Espanyol zum Ausgleich. Sevilla gewinnt das Elfmeterschießen, und Puerta feiert ausgelassen mit seinen Teamkollegen. Es soll der letzte Titel für den jungen Mittelfeldspieler bleiben. Drei Monate später erleidet Antonio Puerta im Spiel gegen Getafe einen Herzstillstand und stirbt wenig später im Krankenhaus. sst

Champions-League-Finale 2008:

Manchester United – FC Chelsea 1:1, 6:5 i.E.

Es hätte Michael Ballacks große Chance werden können, sein Image als ewiger Zweiter abzulegen. Im rein englischen Endspiel gegen Manchester United in Moskau standen die Chancen dafür gut, Ballacks FC Chelsea hatte schon im Halbfinale gegen Liverpool geübt. Das Spiel begann verhalten, doch dann legten beide Teams im aufkommenden Regen Hochtempo-Fußball hin, wie man ihn aus der Premier League kennt. Dann Elfmeterschießen: Cristiano Ronaldo heulte nach seinem Fehlschuss schon bitterlich, aber dann kam – wieder einmal Anelka (siehe oben). Im Gesicht des verängstigen Franzosen stand angekündigt, dass er verschießen wurde. So kam es. Und Michael Ballack sammelte wieder vier zweite Plätze (drei mit dem Verein, einen im Nationalteam), wie schon 2002. sst/dob

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