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Finnischer Weltmeister soll Rob Zepp ersetzen : Eisbären Berlin verpflichten Torwart Petri Vehanen

Die Eisbären haben Torwart Petri Vehanen für die kommende Saison unter Vertrag genommen. Der 36-Jährige wurde 2011 Weltmeister mit Finnland und soll den Berlinern mit seiner Erfahrung helfen.

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Petri Vehanen bringt viel Erfahrung mit nach Berlin.
Petri Vehanen bringt viel Erfahrung mit nach Berlin.Foto: Imago

Die Position des Torhüters gilt im Eishockey gemeinhin als die wichtigste. So gesehen hatten die Eisbären Berlin bis zum Wochenende die größtmögliche Baustelle in ihrem Kader. Denn nach dem Abgang von Nationaltorhüter Rob Zepp zu den Philadelphia Flyers in die nordamerikanische NHL bestand beim DEL-Rekordmeister Handlungsbedarf. Es spricht für die Verantwortlichen bei den Berlinern, dass sie mit Petri Vehanen am Sonntag die Verpflichtung eines Goalies vermeldeten, der gehobene Qualitätsstandards erfüllt. Der Finne spielte in der Vorsaison in der Kontinental Hockey League (KHL) und schaffte es dort mit HC Lev Prag immerhin ins Finale. Aufgrund von finanziellen Problemen musste sich der tschechische Klub anschließend allerdings aus der KHL zurückziehen. Der Weg für Vehanen nach Berlin war frei – wenn auch nicht unbedingt zwangsläufig.

„Viele Vereine hatten ihn auf dem Zettel“, sagt Manager Peter John Lee. Vehanen hätte sogar bessere Angebote aus Russland ausgeschlagen, um bei den Eisbären anzuheuern. „Familiäre Gründe“ wären letztlich ausschlaggebend für die Eisbären gewesen, dazu konnte der Klub mit Berlin als internationaler Metropole punkten. Umgekehrt passt der Torhüter nahezu perfekt in das Anforderungsprofil der Eisbären. „Er hat sehr viel Erfahrung, ist topfit und ein sehr ruhiger Mensch“, sagt Stefan Ustorf. Der Sportliche Leiter verspricht sich aber noch etwas anderes von der Verpflichtung des Finnen: „Er wird auch Mathias Niederberger in seiner Entwicklung ein ganzes Stück nach vorne bringen.“

"Wir haben jetzt eine gute Torwart-Kombination", sagt Manager Lee

Niederberger ist 21 Jahre alt, Manager Lee bezeichnet ihn als „unsere Zukunft“. Ein vollwertiger Ersatz für Rob Zepp als Nummer eins im Tor der Berliner kann Niederberger derzeit aber noch nicht sein. „Er braucht noch Zeit“, sagt Lee. Dass ihm mit Vehanen nun ein 36-jähriger ehemaliger Weltmeister vor die Nase gesetzt wird, sehen die Eisbären deshalb eher als Chance, denn als Risiko. „Wir haben jetzt eine gute Torwart-Kombination“, ist sich Lee sicher. Tatsächlich hat Vehanen auch zuletzt in Prag noch starke Leistungen gebracht, wobei der Höhepunkt seiner Karriere sicher hinter ihm liegt. 2009/10 wurde er mit AK Bars Kasan KHL–Meister, ein Jahr später holte er als Stammgoalie mit Finnland den Titel bei der Weltmeisterschaft in der Slowakei. Manager Lee sieht Vehanen für die neue Saison als Nummer eins, aber: „Mathias Niederberger wird sicher auch seine 20 Spiele machen.“

Die Kaderplanung der Eisbären ist genau eine Woche vor Trainingsbeginn mit der Besetzung der vakanten Torhüterposition zunächst einmal abgeschlossen. Allerdings schließt Lee spätere Nachbesserungen nicht aus. „Wir haben sehr viele junge Spieler im Team, deren Entwicklung wir genau verfolgen.“ Sollten einige der Talente die Erwartungen nicht erfüllen können, „müssen wir eventuell noch etwas tun“.

Das Eistraining für die Spieler beginnt am 28. Juli

Durchaus auffällig bei den Verpflichtungen ist die Tatsache, dass die Eisbären sich nicht mehr nur auf dem nordamerikanischen Markt umsehen. Neben dem Finnen Vehanen kommt mit Stürmer Petr Pohl die zweite Topverpflichtung des Sommers aus Tschechien. Von einem Trend hin zu europäischen Spielern, den es bei den Berlinern einst mit zahlreichen Schweden im Team gab, will Lee allerdings nicht sprechen. „Viele europäische Spieler wollen einfach nicht mehr so lange in den Farmteams der NHL-Klubs bleiben und sehen sich nach anderen Möglichkeiten um.“ Und letztlich käme es für die Eisbären allein darauf an, gute Eishockeyspieler zu holen – egal woher.

Schon am Dienstag müssen die Eisbären-Profis aus nunmehr sieben Nationen in Berlin antreten. Zunächst steht der obligatorische Fitnesstest an. Auf das Eis soll es erstmals am 28. Juli gehen – und das dann ohne Großbaustelle im Team.

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