Sport : Fit mit Knete

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In unserer Serie widmen wir uns Körperstellen, die für Athleten in ihrer Sportart besondere Bedeutung haben. Heute: die Finger beim Handball.

Ginge es nach Dr. Berthold Hallmaier, dann würde sich jeder Handballer mindestens eine Viertelstunde am Tag mit Knete und einem Tennisball beschäftigen. „Die Knetmasse oder den Ball mit den Fingern immer wieder zusammendrücken, das stärkt die Bänder und beugt Verletzungen vor“, sagt der langjährige Arzt der deutschen Nationalmannschaft. „Nur leider macht das kaum ein Spieler.“ Würde Hallmaier, der 56Jährige mit den Erfahrungen von 20 Jahren als DHB- Teamarzt, mehr Gehör finden, dann gäbe es auch weniger Fingerverletzungen im Handball. Aber gerade viele ältere Spieler sind für dieses Zusatztraining nicht zu begeistern. An ihren besonders dicken Mittelgelenken der Finger erkennt man bei ihnen den Handballer.

Erst die Schädigungen der Fingerkapsel und auch der Bänder sind meist am kleinen Finger, dem Mittelfinger und dem Daumen problematisch. Ist es erst einmal passiert, folgt eine längere Pause. Vor allem nach Fangfehlern gibt es diese Verletzungen, wenn der Spieler mit einer entspannten Hand noch einmal nach dem Ball greift und dabei einen Schlag auf die Hand bekommt. Hat er aber den Ball fest unter Kontrolle, dann „ist die Gefahr einer Verletzung am geringsten“. Hallmaier hat in der Behandlung solcher Fälle die wenigsten Probleme, wenn es den Zeige- oder den Ringfinger getroffen hat: „Dann hilft schon eine Schiene, die den verletzten Finger dann jeweils mit dem Mittelfinger fest verbindet.“

Es gibt aber auch Spieler in der Handball-Bundesliga, die einer erneuten Verletzung mit einer solchen Schienung vorbeugen. Mark Dragunski, der wuchtige Kreisläufer vom VfL Gummersbach, ist einer von ihnen. In über 100 Länderspielen wurde der 2,14 m große Hüne bis zu seinem Abschied aus der Nationalmannschaft von Hallmaier betreut. Das Problem einer erneuten Fingerverletzung war bei Dragunski permanent.

Hallmaier hat sich vorgenommen, mit den jungen Spielern verstärkt über dieses Problems zu sprechen. „Wir sind jetzt einige Zeit bis zur Weltmeisterschaft in Tunesien zusammen und die Nationalmannschaft ist stark verjüngt“, sagt er, „da lässt sich noch einiges machen.“ heit

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