Flandern-Rundfahrt : Ballan siegt beim Sturz-Festival

Alessandro Ballan hat Tom Boonen in Flandern die Tour vermasselt. Der Weltmeister aus Belgien, der bei der 91. Flandern-Rundfahrt den Hattrick im Visier hatte, musste dem Italiener aus dem Lampre-Team den Vortritt lassen.

Meerbeke - Ballan gewann nach 259 Kilometern den Spurt vor dem Belgier Leif Hoste, der in Meerbeke zum dritten Mal mit dem zweiten Platz zufrieden sein musste. Das Duo hatte sich 18 Kilometer vor dem Ziel an der berüchtigten Mauer von Geraardsbergen aus einer Spitzengruppe mit Boonen abgesetzt. Der große Favorit verpasste sogar das Podium. Nachdem Boonen am Hattrick vorbei gefahren war, bleibt der Italiener Firorenzo Magni der einzige, dem dieses Kunststück zwischen 1949 und 1951 gelang.

Trotz idealer Bedingungen mit strahlendem Sonnenschein und trockenem Untergrund kam es bei dem großen Radsport-Volksfest der Flamen vor mehreren hunderttausend Zuschauern an der Strecke zu zahlreichen Stürzen. Darin war neben Mitfavorit Fabian Cancellara (Schweiz), der weiterfahren konnte, auch Erik Zabel verwickelt, der vor 14 Tagen in San Remo als Sechster seine gute Form unterstrichen hatte. Der Berliner aus dem Milram-Team stürze 79 Kilometer vor dem Ziel und erlitt nach ersten Auskünften aus dem Begleitfahrzeug eine leichtere Armverletzung und eine Rippenprellung. Auch der ohnehin angeschlagene Fabian Wegmann vom Team Gerolsteiner und Zabels Team- Kollege Marcel Sieberg (Verdacht auf Schlüsselbeinbruch) gingen zu Boden und konnten nicht mehr aufs Rad steigen.

Wesemann und Burghardt stark

Die besten deutschen Profis waren Steffen Wesemann, der das prestigeträchtige Rennen 2004 gewonnen hatte. Der nun mit Schweizer Lizenz fahrende Kapitän des Zweitliga-Team Wiesenhof-Felt zählte zu den ersten Verfolgern des Sieger-Duos. Eine Grippe im Vorfeld hatte Wesemann leicht gehandicapt. Mit ihm rollte Marcus Burghardt vom Team T-Mobile über die Ziellinie. Der 23-jährige Chemnitzer macht seit Wochen eine gute Figur und bewies auch am Sonntag sein großes Talent.

Die Taktik des Boonen-Team Quick-Step ging diesmal nicht auf, zudem wirkte der "Chef" nicht so souverän wie sonst. Als es um alles ging, hatten Olympiasieger und Weltmeister Paolo Bettini sowie Peter van Petegem in Diensten Boonens keine Kraft mehr. Ballan und Hoste konnten sich an der entscheidenden Stelle absetzen und retteten ein paar Sekunden Vorsprung ins Ziel. Hoste hatte den Schlussspurt etwas zu früh begonnen und scheiterte mit einer guten Reifenstärke an dem Italiener. (tso/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben