FLANKE aus Spanien : Auferstehung in der Osterwoche

Julia Macher würdigt Timo Hildebrand und Valencias Sieg über Real Madrid

„Das war ein Debüt, das ich nicht vergessen werde“, strahlte Timo Hildebrand, nachdem er Arm in Arm mit seinen Teamkollegen das Santiago-Bernabeu-Stadion verlassen hatte. Nach seinem ersten Spiel gegen Real Madrid hatte der Torwart des FC Valencia auch allen Grund, stolz zu sein. Denn dass Valencia trotz der gut fünfzehn Chancen Reals auswärts mit 3:2 siegte, lag vor allem an ihm. Hildebrand hatte Bälle aus der Luft gepflückt, die schon über der Torlinie schwebten, einen von Raúls knapp unter die Querlatte zielenden Kopfbällen weggefaustet und selbst beim Angriffswirbel des spanischen Rekordmeisters in den letzten Minuten die Nerven bewahrt. Zehn „tolle Paraden“ zählte das Sportblatt „Marca“, die spanische Presse kürte den Deutschen zum besten Spieler des Matchs.

Für den deutschen Torwart war es der krönende Abschluss einer Osterwoche, in der der schon totgesagte FC Valencia Wiederauferstehung feiern durfte. Am Gründonnerstag hatte der Klub den FC Barcelona aus dem Königspokal geworfen. Nach dem Abrutschen des Klubs ins mittlere Tabellendrittel und dem Kleinkrieg zwischen dem geschassten Hildebrand-Konkurrenten Santiago Cañizares, David Albelda und Ex-Präsident Juan Soler war das mehr als eine gute Nachricht: Die Qualifikation für das Pokalfinale rettete Trainer Ronald Koeman den Job und versöhnte die Fans wieder mit dem Verein. Erstaunt notierte Hildebrand in seinem Online-Tagebuch, dass die Zuschauer im Mestalla-Stadion auch ausgelassen und lautstark feiern können – und nicht nur pfeifen oder buhen. Am Sonntagabend wird sich Timo Hildebrand nicht nur Gedanken um die Feierlaune der Valencianer gemacht, sondern auch auf seine eigene angestoßen haben. Schließlich war das Debüt in Madrid auch eine gut getimte Bewerbung für die EM. Morgen spielt Deutschland gegen die Schweiz, im letzten Testspiel vor der Nominierung.

An dieser Stelle schreiben unsere Korrespondenten dienstags über Fußball in England, Spanien und Italien.

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