Sport : Flauer Sturm

Bayerns 0:0 in Bielefeld macht nur Torwart Kahn froh

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Bielefeld (Tsp). Beim FC Bayern München ist derzeit nur Oliver Kahn richtig glücklich. Der Torhüter ist seit dem 0:0 in Bielefeld 713 Minuten ohne Gegentor. Sein eigener Rekord von 736 Minuten aus der Saison 1998/99 dürfte im nächsten Spiel fallen. Doch begeistert ist davon beim Rekordmeister niemand. Trotz der weiterhin klaren Tabellenführung. Zu schwach war der Auftritt in Bielefeld.

Manager Uli Hoeneß verweigerte vor Zorn jedes Interview, Trainer Ottmar Hitzfeld war „überhaupt nicht zufrieden“. Für Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge gab es einen Hauptschuldigen: Giovane Elber. Denn das 150. Bundesligaspiel des brasilianischen Stürmers war eines der schlechtesten. „Viel zu wenig, was da im Angriff lief“, sagte Rummenigge. „Speziell von Giovane.“ Jedoch auch, weil aus dem Mittelfeld ohne die Grippekranken Stars Michael Ballack, Mehmet Scholl und Zé Roberto keine vernünftigen Pässe kamen. Für Rummenigge keine Entschuldigung. Er sieht sogar die bereits sicher geglaubte Meisterschaft in Gefahr. „Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen und glauben, der Titel sei ein Selbstläufer.“ Auch für Trainer Hitzfeld besteht „die Gefahr, dass es noch einmal spannend wird“. Was die Mehrheit der Fans dagegen gerne sehen würde.

Die Spieler verschwanden nach der peinlichen Vorstellung in Bielefeld schnell in den Mannschaftsbus. Nur Oliver Kahn und Thomas Linke verteidigten die Leistung. Während sich der Torhüter auf den früheren Schalker und jetzigen Hertha-Trainer Huub Stevens berief („die Null muss stehen“), pries Linke die Partie gar als taktisch wegweisend an. „Am Anfang der Saison sind wir immer euphorisch nach vorne gerannt. Dadurch haben wir hinten Fehler gemacht“, sagte der Verteidiger. „Daraus haben wir gelernt. Es ist wichtig, zu Null zu spielen. Vorne machen wir normal immer einen rein.“

Einer, der für die notwendigen Vorlagen sorgen wollte, trottete nachher enttäuscht vom Platz: der 18-jährige Bastian Schweinsteiger. „Ich war sehr nervös“, sagte das Talent. Besonders Bayern Münchens Präsident Franz Beckenbauer hält viel von ihm. Doch in Bielefeld reichte es nur zum mitspielen. „Mann kann nicht erwarten, dass er gleich Glanzpunkte setzt“, sagte Hitzfeld. Wenigstens musste der Trainer nicht auch noch seinen Torhüter trösten.

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