Sport : Florida Cooler

Benedikt Voigt

begrüßt den Kampf der Skispringer gegen die Magersucht Skispringen passt ungefähr so gut nach Miami/Florida wie Beachvolleyball nach Spitzbergen/Norwegen. Trotzdem wird man noch in einigen Jahren Miami als jenen Ort erinnern, an dem sich das Skispringen grundlegend verändert hat. Zum Positiven. Und das auch noch mitten im Sommer.

Bei seinem Kongress in Florida beschloss der Internationale Skiverband eine neue Regelung im Skispringen. Künftig wird jeder Athlet nach seinem Sprung auf eine Waage steigen müssen. Sein Gewicht wird in ein Verhältnis zu seiner Größe gesetzt und nach einer Formel verrechnet, die sich Body Mass Index (BMI) nennt. Dabei wird überprüft, ob er einen Wert von 20 nicht unterschreitet. Wem das nicht gelingt, der muss mit kürzeren Ski springen und hat dadurch in der Luft weniger Tragfläche zur Verfügung. Oder er muss zunehmen.

Die neue Regel wird aus dem Skispringen keinen Sport für Übergewichtige machen. Es wird ein Sport für Jugendliche und kleine, schmächtige Männer bleiben. Doch die neue Regel stoppt den Zwang zum Hungern, dem sich die Athleten in den letzten Jahren ausgesetzt sahen und der im vergangenen Winter heftige Diskussionen auslöste. Bei der fatalen Gleichung „Leichter fliegt weiter“ gilt es künftig, den mäßigenden Faktor BMI zu beachten. Gut möglich, dass dadurch ein von Natur aus leichtgewichtiger Springer benachteiligt wird. Aber wenn die neue Regelung nur einem einzigen Skispringer hilft, gesund zu bleiben, dürfen die Funktionäre ruhig auf ihre neue Regelung trinken. Wie wär’s mit einem Florida Cooler?

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