Sport : Flucht nach vorn

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Karsten Doneck sagt, warum Unions Entscheidung sinnvoll ist

Die Parallele zu Hertha BSC ist offensichtlich. Der 1. FC Union gönnt sich mit Aleksandar Ristic einen neuen Trainer. Für den gibt es nur eine Vorgabe: Klassenerhalt. Unter genau dieser Prämisse hat Hertha in der Winterpause Hans Meyer geholt. Beiden Trainern ist ein Hang zur Selbstdarstellung eigen, allerdings besteht wohl nur bei Ristic die Gefahr, dass er damit überzieht – zum Nachteil des sportlichen Ziels. Bei nur neun Spielen, die Berlins FußballZweitligisten bleiben, wird Ristic deshalb auf jede Eitelkeit verzichten müssen.

Die Alternative zum Trainerwechsel wäre gewesen, mit Trainer Votava weiterzumachen: mit einigen Höhen und viel zu vielen Tiefen. Union hat sich für die Flucht nach vorne entschieden, für das letzte Mittel im Krisenmanagement und sich einen Trainer geholt, der genug Erfahrung im Abstiegskampf mitbringt, von der Union nur profitieren kann. Eine solche Autorität werden die Profis von Union anerkennen.

Union überschreitet mit dem Trainertausch finanziell die Schmerzgrenze. Aber auch dieses Risiko geht der Verein bewusst ein. Bei einem Abstieg in die Regionalliga würde der Klub nur 350 000 Euro vom Fernsehen kassieren, in der Zweiten Liga wird das Zehnfache gezahlt. Eine Differenz, die allein die Kosten eines Trainerwechsels rechtfertigt. Selbst, wenn es mit dem Klassenerhalt nicht klappt: Union kann sich nicht mehr nachsagen lassen, nicht alles versucht zu haben.

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