Sport : Flucht zurück nach vorne

Der einst arbeitsverweigernde Torwart Faryd Mondragon und Lukas Podolski retten Kölns 1:0 in Stuttgart

Oliver Trust[Stuttgart]
Köln hebt sich ab. Durch den Sieg in Stuttgart verlassen Mato Jajalo (vorne) und die Kölner den letzten Tabellenplatz, Christian Träschs Stuttarter bleiben auf Platz 16. Foto: dpa Foto: dpa
Köln hebt sich ab. Durch den Sieg in Stuttgart verlassen Mato Jajalo (vorne) und die Kölner den letzten Tabellenplatz, Christian...Foto: dpa

Die gute Leistung von Torwart Faryd Mondragon und der in der 81. Minute verwandelte Foulelfmeter durch Lukas Podolski haben dem 1. FC Köln wichtige drei Punkte im Abstiegskampf eingebracht. Der umstrittene Keeper konnte seine Rückkehr ins FC-Tor nach fünf Spielen Pause durch einige gute Paraden rechtfertigen. Der VfB Stuttgart konnte durch das 0:1 (0:0) die Chance gegen seinen Angstgegner nicht nutzen, sich im Tabellenkeller Luft zu verschaffen. 1996 gab es den letzten Heimsieg der Schwaben, 2010 dagegen eine schwache Vorstellung, die die 39 500 Zuschauer mit Pfiffen bedachten.

Der Kölner Sieg fiel glücklich aus. Als Schiedsrichter Christian Dingert nach einem Zweikampf zwischen Georg Niedermeier und Milivoje Novakovic Foulelfmeter gab, war das zumindest eine umstrittene Entscheidung. Der Stuttgarter Innenverteidiger soll den Kölner Stürmer am Trikot gezogen und umgerissen haben. Zuvor hatte Pawel Progrebnjak die größte Möglichkeit für den VfB vergeben, als er in der 78. Minute nur den Pfosten traf. Novakovic verpasste dagegen in der 89. Minute das 2:0 für Köln.

Wie FC-Trainer Frank Schaefer verteidigte Kölns Manager Michael Meier die Rückkehr von Torwart Mondragon. Der war vom inzwischen entlassenen Trainer Zvonimir Soldo auf die Bank verbannt worden und daraufhin aus dem Teamhotel geflüchtet war, hatte sich geweigert, sich auf die Bank zu setzen. „Wir brauchen Führungsqualität in unserer Mannschaft“, hatte Meier gesagt. „Ich stehen voll hinter der Entscheidung“. Frank Schaefer hatte sich durch „die Erfahrung“ von Mondragon mehr „Stabilität und Spielorganisation“ erhofft. In der zehnten Minute zahlte sich die Rückkehr des Keepers zum ersten Mal aus. Als Cacau aus kurzer Entfernung schießen konnte, war Mondragon mit einem Reflex zur Stelle.

Lange zeigte Köln die bessere Spielanlage. Die Stuttgarter hatten in einem spielerisch schwachen Spiel mit vielen Fehlpässen Mühe, den zuletzt gegen Bremen und Kaiserslautern gezeigten Aufwärtstrend zu bestätigen. Erst nach 33 Minuten gab es die zweite gute Möglichkeit für die Schwaben. Timo Gebhart scheiterte mit seinem Schuss an Mondragon. Zwei Minuten später rettete der Brasilianer Geromel für Köln nach einem Schuss von Christian Träsch auf der Linie.

Podolski hatte in der 49. Minute die bis dahin beste Kölner Chance, als er erst durch Stuttgarts Torwart Sven Ulreich gestoppt werden konnte, der seinen Schuss aus spitzem Winkel abwehrte. Zuvor hatte Schiri Dingert den Kölnern einen Freistoß an der Strafraumgrenze des VfB verweigert. Auch in der 61. Minute rette Mondragon seine Kölner als er beherzt gegen Gebhart zugriff.

Trotz des Sieges blieb die Nachrichtenlage um Kölns Manager Meier weiter undurchsichtig. Vor der Partie in Stuttgart wurde kolportiert, Kölns Präsident wollte den umstrittenen Meier nun doch bald loswerden. Wolfgang Overath kündigte Gespräche der Klubführung mit Meier für die kommende Woche an. Meier selbst wollte dazu keine Stellung nehmen und sagte lediglich: „Es gibt kein klares Entscheidungsbild.“ Er könne deshalb „hier nicht argumentieren“, sagte Meier direkt nach dem Spiel. Auch der Kölner Anhang macht Meier für die sportliche Misere beim Tabellenletzten verantwortlich. Die Kölner drückt zudem eine Schuldenlast von über 24 Millionen Euro. Deshalb war es auf der Mitgliederversammlung vergangene Woche zu tumultartigen Szenen gekommen.

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