Sport : Flug nach vorn

Alexander Herr wird bei beiden Skisprung-Wettbewerben des Wochenendes bester Deutscher

Lutz Rauschnick

Kuusamo - Am Samstagabend hatte Skisprung-Bundestrainer Peter Rohwein noch empfindlich auf Nachfragen nach der Vorbereitung von Alexander Herr reagiert. Der Mann aus dem Schwarzwald hatte sich extern mit seinem Vater Hans-Paul Herr vorbereitet. Doch die Leistungen des jungen Mannes lösten die Anspannungen Rohweins und sorgten für einen erfreulichen Saisonbeginn.

„Das Team hat sich gut vorgestellt“, lautete schließlich das Fazit des Bundestrainers nach Herrs zweitem Platz am Samstag und Rang neun gestern. „Der Podestplatz tut gut. Das Vertrauen in die Leistungen der Athleten war schon vorher da, doch dass das jetzt so schnell kam, ist umso schöner.“ Rohwein hatte im vergangenen Winter noch gemeinsam mit seinem Vorgänger Wolfgang Steiert dem eigenen Weg Herrs zugestimmt, schließlich war er erfolgreich. „Alex hat auch dazugelernt. Er springt nicht mehr so aggressiv raus, ist locker, hat zugleich aber die richtige Einstellung.“

Besonders das erste der beiden Nachtspringen im eiskalten Ruka-Skistadion im nordfinnischen Kuusamo war von hoher sportlicher Qualität und zeigte, dass die etablierten Nationen sich gut auf den Weltmeisterschafts-Winter mit den Titelkämpfen im Februar in Oberstdorf vorbereitet haben. Dass der Mannschafts-Olympiasieger und Weltmeister Janne Ahonen in beiden Springen vorausflog, beweist seine Erfahrung. Denn der Bakken ist „eine bockige Anlage“, so Martin Schmitt, die mit dem langen Vorbau und dem steilen Hang schwierig zu springen ist.

Schmitt war an beiden Wettkampftagen früh fertig. Er verpasste zweimal als 40. das Finale der besten 30 und hatte Zeit, über sich und seinen gegenwärtigen Zustand nachzudenken. Der 26-Jährige aus Furtwangen sagt: „Ich bin zwar nicht mehr der Beste, dafür aber der Älteste im Team.“ Immer wieder gelingen ihm drei, vier hervorragende Sprünge im Training, aber das reicht nicht für konstant gute Leistungen. „Das ärgert mich, das muss ich sagen, denn darauf kann ich noch nicht aufbauen. Ich hatte mir hier schon mehr erhofft.“

Bei Martin Schmitts Zimmerkollegen Alexander Herr läuft es dagegen unerwartet gut. „Ich könnte mich daran gewöhnen, auf dem Podest zu stehen und bester deutscher Springer zu sein.“

0 Kommentare

Neuester Kommentar