Sport : Flugzeug aus Brasilien

NAME

Von Klaus Rocca

Berlin. Alex Alves soll heute auf dem Flughafen Tegel ankommen. Aus seiner Heimat Brasilien. Was nichts Besonderes wäre, wüsste man nicht aus der Vergangenheit, dass Alves so manches Mal das Flugzeug verpasst haben wollte, zu spät zum ersten Saisontraining kam und dann zur Kasse gebeten wurde. Diesmal ist man bei seinem Arbeitgeber Hertha BSC auf das Flugzeug aus Brasilien besonders gespannt. Denn in der Begleitung von Alves wird sich nicht nur sein Mannschaftskamerad Marcelinho befinden, sondern auch einer, der künftig ebenfalls sein Teamkamerad sein könnte: Nené.

In Deutschland hat der noch keinen Klang. Nené heißt eigentlich Fabio Camillo de Brito. Der Mann trägt, wie in Brasilien üblich, einen Künstlernamen, wie einst Pelé, Didi und Vava, ist jedoch in seiner Heimat ein Begriff. Auch für Marcelinho, der ihn empfohlen hat. „Nené ist ein Linksfüßer, der auch schon in Portugal gespielt hat“, sagt Dieter Hoeneß , Manager des Berliner Fußball-Bundesligisten. Hoeneß hat Nené offenbar schon so fest im Visier, dass er ihn Mitte Juli mit ins Trainingslager ins österreichische Kaprun nehmen will. Was Hoeneß, der Nené auf einem seiner früheren Brasilien-Trips schon spielen sah und ihn durch Herthas Scout Rudi Wojtowicz wiederholt beobachten ließ , angesichts der Unsicherheit über die künftige Fernsehvermarktung der Bundesliga besonders freut, ist die Tatsache, dass der 26-Jährige ablösefrei ist. Zuvor beim Spitzenklub Gremio Porte Alegre unter Vertrag, hatte er Monate wegen einer Knieverletzung aussetzen müssen.

Der Haken an der Geschichte: Nené ist Abwehrspieler – und Hertha sucht doch dringend einen Stürmer. Den hat der Klub zwar in Artur Wichniarek gefunden, doch der hat noch einen Vertrag beim Aufsteiger Arminia Bielefeld und soll erst im nächsten Jahr – dann ablösefrei – nach Berlin kommen. Soll. Hoeneß  macht kein Hehl daraus, dass er den Torjäger am liebsten schon zur jetzigen Saison haben möchte. Die Bielefelder aber wollen in der Bundesliga nicht auf die Dienste ihre gefährlichsten Stürmers verzichten.

Am Wochenende, als der Pole bei der Rückkehr aus seiner Heimat auf dem Weg nach Bielefeld in Berlin Station machte, traf er sich mit Hoeneß . Nein, über die Ablösesumme habe man nicht gesprochen, beteuert Hoeneß . Mehr als vier Millionen Euro soll sie betragen. Hertha will höchstens die Hälfte zahlen. Solange die Ungewissheit über die künftigen Fernsehgelder besteht, will Hertha kein Risiko eingehen. Und befindet sich damit in guter Gesellschaft mit den meisten anderen Klubs.

0 Kommentare

Neuester Kommentar