Fördermittel : Viel Training, viel Ehr'

Der Deutsche Behindertensportverband setzt auf die gezielte Förderung seiner besten Sportler. Es geht um Fördermittel vom Bund und um die Anerkennung des Behindertensports. Das beste Argument sind Goldmedaillen. Die Athleten des Top Team sollen sie holen.

Lorenz Vossen

Sie sind die Besten von 470 000. So groß ist die Zahl der Sportler, die unter dem Dach des Deutschen Behindertensportverbands (DBS) aktiv ist. 24 von ihnen gehören zu dessen Elite-Kader "German Paralympic Top Team". Sie sind das, weil sie sich nicht haben hängen lassen. "Ich will nicht, dass die Leute Mitleid mit mir haben, sondern dass sie meine Leistungen als Sportler würdigen", sagt der dreifache Goldmedaillengewinner Michael Teuber. Der gehbehinderte Radprofi ist seit 2004 Teil des Teams. Er ist davon überzeugt: "Es bringt nichts, immer nur dazustehen und zu jammern. Man muss seine Leistung bringen."

Seit den Olympischen Spielen 2004 in Athen haben Behindertensportler in Deutschland weniger Grund zum Jammern. Die Spiele waren die Geburtsstunde des Top Teams und der Startschuss für eine mittlerweile fünf Jahre andauernde, kontinuierliche Förderung. DBS-Sportdirektor Frank-Thomas Hartleb: "Es geht um gezielte und individuelle Förderung von behinderten Spitzensportlern in Deutschland. Wir nominieren Athleten, von denen wir uns bei den Paralympischen Spielen Topleistungen erhoffen."

Die Idee, ambitionierte Sportler zu fördern, kam auch bei Bundespräsident Horst Köhler gut an. Vor zwei Jahren schrieb der CDU-Politiker zehn DAX-Unternehmen an und bat um finanzielle Unterstützung für den DSB. Das Ergebnis: ein dreijähriges Sponsoring durch die Konzerne Telekom und Allianz, mit einer Unterstützung von 250 000 Euro pro Jahr - längere Zusammenarbeit nicht ausgeschlossen.

Die Partnerschaft entlastet Sportler wie Michael Teuber von beruflichen Aufgaben. Bis zu 1500 Euro Unterstützung im Monat bekommen Mitglieder des Top Teams. Teuber: "Das System ist gut. Sportler werden gezielt gefördert, das ist besser als das ,Gießkannenprinzip' - draufschütten und gucken, ob's klappt."

Beim Paralympic Day will sich das Team präsentieren. Sportlich dabei sind die Leichtathleten Thomas Ulbricht und Matthias Schröder, Biathletin Verena Bentele und Tischtennisspieler Holger Nikelis. Michael Teuber kommt in seiner Funktion als paralympischer Botschafter. "Der Paralympic Day ist eine prima Plattform, und das auf dem zentralen Platz in Deutschland", sagt Sportdirektor Hartleb. Die Veranstaltung sei zudem durch die internationalen Sportler attraktiv.

Der DBS Verband kämpft im Land um Fördermittel des Bundes und konkurriert dabei mit allen anderen deutschen Sportverbänden . 6,3 Millionen Euro bewilligte der Bund 2008 für den Leistungssport von Menschen mit Behinderungen. Das beste Argument für die Bewilligung höherer Mittel ist eine Steigerung im internationalen Vergleich, und die erzielt man nur durch Goldmedaillen. Ein Grund, warum das Top Team auch Projektarbeit ist. Die Kader werden immer im Hinblick auf die Paralympics zusammengestellt. Deshalb sind momentan rund die Hälfte aller Athleten Wintersportler. Wer nominiert werden will, muss es machen wie Michael Teuber: immer Leistung bringen.

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