Sport : Football ist zurück

Die NFL beendet rechtzeitig ihren Arbeitskampf

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Berlin - Am Ende war es nur Zufall, aber einige Fans vermuteten eine höhere Macht dahinter, dass das Ende des Lockouts der National Football League (NFL) ausgerechnet auf den Geburtstag von Walter Payton fiel. Der 1999 verstorbene Running Back gilt als Vorzeigesportler, als einer, der Football liebte und dem Sport alles unterordnete. Ob es wirklich der Geist Paytons war, der aus dem Jenseits eine Einigung zwischen den Teambesitzern und der Spielergewerkschaft NFLPA herbeiführte, wird sich nach irdischen Maßstäben allerdings nur schwer überprüfen lassen.

Ganz real ist aber der Vertrag, den die Klubbosse auf der einen und die Spieler auf der anderen Seite am Montag (Ortszeit) unterzeichneten. Der Kontrakt gilt für zehn Jahre. Wichtigste Neuerung: Von den 9,3 Milliarden Dollar Gesamteinnahmen, die die NFL erwirtschaftet, gehen ab sofort 53 Prozent an die Eigner, während 47 Prozent den Spielern zustehen. Der alte Vertrag sah vor, dass den Teambesitzern vorweg eine Milliarde Dollar zustand und 59,6 Prozent der Restsumme an die Spielern ging. Neben finanziellen Zugeständnissen bekommen die Spieler in Zukunft mehr Mitspracherechte eingeräumt. So wird es bis 2013 keine Ausweitung des Spielplans geben. Dieser sieht momentan 16 reguläre Saisonspiele für jedes Team vor. Mehr Spiele wären ab 2013 nur mit der Zustimmung der Spielergewerkschaft möglich. Dazu bekommt jedes Team für die kommende Spielzeit eine Gehaltsobergrenze von 120,4 Millionen US-Dollar eingeräumt. „Dies ist ein fairer Deal“, sagte Jeff Saturday, Gewerkschaftsvertreter und Center der Indianapolis Colts. NFL-Boss Roger Goodell jubelte: „Football ist zurück.“

Für viele Amerikaner wäre der Ausfall der NFL-Saison mit einer nationalen Tragödie gleichzusetzen gewesen. Auch die Liga hätte bei einer Absage gewaltigen Schaden genommen. Kein Sport ist in den USA populärer, an die Zuschauerzahlen kommt keine andere Liga heran. Seit März war den Spielern der Zutritt zu den Klubgeländen verwehrt, Trainingseinheiten oder die Behandlung durch Vereinsärzte standen ihnen nicht mehr zu. Das Ende des Arbeitskampfes kam gerade noch rechtzeitig, um die Saison 2011 und die finanziell lukrative Testspielphase zu retten. Heute starten die ersten zehn Teams, darunter die New England Patriots mit dem Deutschen Sebastian Vollmer, ihre Trainingscamps. Die anderen Klubs folgen in den nächsten Tagen. Die reguläre Saison beginnt planmäßig am 8. September mit dem Duell zwischen Titelverteidiger Green Bay Packers und dessen Vorgänger, den New Orleans Saints.

Während die Football-Anhänger jubeln, müssen sich die amerikanischen Basketballfans weiter gedulden. Im Arbeitskampf der Liga NBA gibt es weiterhin keine Annäherung zwischen den Parteien. Daran kann auch der Geist von Walter Payton momentan nichts ändern.

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