Formel 1 : Alonso siegt im Ferrari-Land

Doppelsieg für McLaren-Mercedes: Der Weltmeister Fernando Alonso siegte auf der Rennstrecke von Monza vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton. Für Kimi Räikkönen blieb nur der dritte Platz im Heim-Grand-Prix. Bester Deutscher wurde Nick Heidfeld auf Platz vier.

Alonso
Triumph in Monza. McLaren-Mercedes-Pilot Fernando Alonso. -Foto: AFP

MonzaUnbeeindruckt vom Spionage-Skandal hat McLaren-Mercedes mit einem Doppel-Erfolg den großen Rivalen Ferrari beim Heim-Grand-Prix gedemütigt, doch nun droht den Silberpfeilen das WM-Aus. Schon am Donnerstag in Paris könnte der strahlende Triumph beim Großen Preis von Italien durch Fernando Alonso und Lewis Hamilton nur noch Makulatur sein. Vom Saison-Ausschluss bis zum Abzug der Konstrukteurspunkte bis hin zu einer saftigen Geldstrafe ist bei der erneuten Anhörung durch den Weltrat des Automobil-Verbandes FIA alles möglich. Ein neuerlicher Freispruch für das britisch-deutsche Team dagegen erscheint eher unwahrscheinlich.

Ungeachtet der Vorwürfen gegen ihr McLaren-Mercedes Team gaben der Spanier Alonso und der Brite Hamilton auf dem Hochgeschwindigkeitskurs im Königlichen Park von Monza den Ton an. Der zweimalige Weltmeister aus Spanien siegte souverän vor dem Neuling aus Großbritannien, der seine WM-Führung aber verteidigte. Dritter vor über 100.000 Zuschauern wurde Kimi Räikkönen, der in seinem Ferrari den Mönchengladbacher Nick Heidfeld im BMW auf Platz vier verwies. Zweitbester deutscher Fahrer war der Wiesbadener Nico Rosberg im Williams als Sechster. Ralf Schumacher im Toyota enttäuschte einmal mehr. Er  verpasste als 15. mit einer Runde Rückstand die WM-Punkte erneut klar. Sebastian Vettel (Heppenheim) wurde im Toro Rosso 18. vor Spyker-Pilot Adrian Sutil (Gräfeling).

Nur noch drei Punkte auf Hamilton

  
Der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso (89) verkürzte mit seinem vierten Saison-Sieg den Rückstand in der Fahrer-Wertung auf Spitzenreiter Hamilton (92) vor den letzten vier Rennen am Sonntag in einer Woche im belgischen Spa und dann in Japan, Shanghai und Brasilien auf drei Punkte. Neuer Dritter ist Räikkönen (74) vor seinem Teamkollegen Felipe Massa (69), der mit Mechanikproblemen nicht ins Ziel kam. Nick Heidfeld (52) bleibt Gesamtfünfter. In der Konstrukteurswertung führt McLaren-Mercedes mit 166 Zählern vor Ferrari (143).

Beim heiklen Start in Monza verteidigten Alonso und Hamilton ihre in der Qualifikation am Vortag souverän herausgefahrene Führung vor Ferrari-Pilot Felipe Massa. Heidfeld dagegen verlor einen Platz gegen Räikkönen und nahm die 53 Runden als Fünfter in Angriff. Bereits im zweiten Umlauf musste das Safety-Car nach einem schweren Unfall des schottischen Red-Bull-Piloten David Coulthard auf die Strecke. Wenig später parkte Massa seinen defekten Ferrari in der Box - für den Brasilianer war das ein schwerer Rückschlag im Titelrennen.

Doppelsieg nie in Gefahr

Die beiden McLaren-Mercedes-Piloten fuhren beim Ferrari-Heimspiel in einer eigenen Liga. Sie kamen auf den 307 Kilometern nie richtig in Gefahr. Bei hochsommerlichen Temperaturen drückten sie dem Rennen ihren Stempel auf. Alonso siegte in 1:18:37,806 Stunden mit einem Vorsprung von sechs Sekunden vor Hamilton. Räikkönen lag bereits 27,3 Sekunden zurück. Selbst durch die Ein-Stopp-Strategie des Finnen ließ sich Hamilton nicht beirren. Zwar war Räikkönen zwischenzeitlich an ihm vorbeigezogen, doch mit einem tollen Überholmanöver holte sich der Brite den zweiten Platz zurück und machte den Doppelsieg perfekt.

Nun wartet die weitaus schwierigere Lösung auf McLaren-Mercedes: "Wir kooperieren, um eine Lösung zu finden", hatte Silberpfeil-Teamchef Ron Dennis im Hinblick auf die Verhandlung in Paris vor dem 26 Mitglieder zählenden Weltrat angekündigt. "Wir werden alles tun, um unser Team zu verteidigen." Bei der ersten Verhandlung am 26. Juli hatte das FIA-Gremium McLaren-Mercedes mangels Beweisen noch freigesprochen. (mit dpa)

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