Sport : Formel 1: Auch das Umfeld muss stimmen (Kommentar)

Hartmut Moheit

Alles Hoffen in der Lausitz hat nichts genutzt, die Formel 1 wird für weitere zehn Jahre in Hockenheim bleiben. Baden-Württembergs Ministerpräsident Erwin Teufel hat es, den bayerischen Amtskollegen Edmund Stoiber im Rücken, stolz verkündet. Der Preis für diesen Deal mit dem Formel-1-Herrscher Bernie Ecclestone ist mit über 90 Millionen Mark hoch. Eine Summe, für die auch der Steuerzahler zur Kasse gebeten wird. Wofür? Zunächst einmal, damit der Milliardär Ecclestone seine Einnahmen weiter steigern kann. Dafür werden Wälder abgeholzt, Zuschauer-Kapazitäten erweitert und die einträglichen VIP-Bereiche ausgebaut. Für die Politiker der Grünen im Badischen ist das ein Skandal.

Eine ganze Region lebt mittlerweile von dem in die Jahre gekommenen Hockenheimring. Von über 1000 Arbeitsplätzen ist die Rede, und davon, dass pro Grand Prix eben genau jene rund 90 Millionen Mark als Plus übrig bleiben. Der angekündigte Zehn-Jahres-Vertrag wird für einen weiteren Aufschwung sorgen. Ecclestone hat mit Hockenheim jene Variante gewählt, die von der Infrastruktur her die sicherste ist. Da auch mit dem Nürburgring ein Kontrakt bis 2004 besteht, ist das Thema Formel 1 für die Lausitzregion für einige Jahre vom Tisch.

Es war vorhersehbar: Jubel im Badischen, Trauer in der Lausitz. Ein Top-Rennkurs allein genügt nicht, auch das Umfeld muss beim Geschäft mit der Königsklasse des Motorsports stimmen. Nicht die Frage nach dem Sinn von Autorennen stellt sich, sondern die nach dem Nutzen für die Allgemeinheit. Dass dabei einer besonders viel kassiert, damit kann jeder Pensionsbesitzer gut leben.

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