Sport : Formel 1: Ausgebremst: Favoriten am Streckenrand

Da kann man schon mal neidisch werden. In der nächsten Saison wird sich McLaren-Mercedes in der glücklichen Situation befinden, seine Fahrerpaarung aus vier Spitzenpiloten auswählen zu können. Neben der aktuellen mit David Coulthard und Kimi Räikkönen steht nämlich immer noch eine Rückkehr des zweimaligen Weltmeisters Mika Häkkinen im Raum, der dieses Jahr eine Auszeit nimmt. Und dann besitzt man noch eine Option auf den zurzeit für Sauber fahrenden Nick Heidfeld. Gute Aussichten also, doch freuen kann sich bei McLaren im Moment niemand. Zu trist ist die Gegenwart: Der selbst ernannte Titelkandidat lieferte in den ersten drei Rennen eine enttäuschende Leistung. Von sechs gestarteten Autos kamen gerade mal zwei ins Ziel, die anderen blieben aus den verschiedensten Gründen am Streckenrand stehen.

Zum Thema Das Spiel: Formel1-Champion gesucht Noch viel schlimmer ist jedoch, dass die silbernen Renner, solange sie sich noch fortbewegen, meilenweit hinter den beiden Spitzenteams Ferrari und Williams-BMW her fahren, bisweilen fast überrundet werden. Auch wenn McLaren sich laut offizieller Stellungnahme "auf dem richtigen Weg" wähnt, wird das Team mit dem Kampf um die WM in diesem Jahr wenig zu tun haben. Vom Siegen redet denn auch momentan keiner im einstigen Weltmeisterteam. Statt dessen müssen Coulthard und Räikkönen sich nun mit Renault und Sauber um die verbliebenen Punkteränge schlagen. Das dürfte Häkkinen nicht gerade dazu animieren, seine Familie im nächsten Jahr für ein Cockpit im McLaren sitzen zu lassen. Zumal fraglich ist, ob er dort überhaupt hineinpassen würde. Angeblich hat der Finne seit seinem Formel-1-Ausstieg bereits acht Kilogramm zugenommen. Und auch Heidfeld wird sich einen etwaigen Wechsel wohl noch mal überlegen, weil er in seinem Sauber immerhin ab und zu ins Ziel kommt.

Es gibt also noch viel zu tun bei McLaren-Mercedes. Da tat es schon mal gut, dass in Interlagos wenigstens ein Silberner zu erst die schwarz-weiß karierte Zielflagge sah. Allerdings nur, weil Brasiliens Fußball-Idol Pelé die beiden Schumacher-Brüder übersah und David Coulthard fast eine Minute später als Ersten abwinkte. Pech nur, dass es dafür nicht die vollen zehn Punkte gab. Kleiner Tipp: Vielleicht hilft ja ein offizieller Protest. In Brasilien ist Pelés Wort schließlich Gesetz.

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