Formel 1 : Debütant Vettel schreibt Renn-Geschichte

Debütant Sebastian Vettel kann beim glanzvollen dritten Doppelsieg der Silberpfeile einen ganz eigenen Sieg für sich verbuchen: Er ist der jüngste Fahrer, der je Punkte in der Formel 1 gesammelt hat.

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Schnell für sein Alter: Der Formel-1-Debütant Sebastian Vettel vom BMW-Sauber-Team. -Foto: dpa

IndianapolisAls jüngster WM-Punktesammler hat Debütant Sebastian Vettel beim glanzvollen dritten Doppelsieg der Silberpfeile Formel-1-Geschichte geschrieben. Während Lewis Hamilton vor seinem Teamkollegen Fernando Alonso im McLaren-Mercedes den Großen Preis der USA in Indianapolis gewann und damit seinen zweiten Saisonsieg nacheinander feierte, fuhr Vettel mit 19 Jahren 11 Monaten 14 Tagen als Achter in die Punkte. Der Heppenheimer BMW-Sauber-Pilot, der für den vor einer Woche verunglückten Robert Kubica (Polen) am Steuer saß, profitierte allerdings von den späten Ausfällen seiner Landsleute Nick Heidfeld und Nico Rosberg.

Vettels Teamkollege Heidfeld war in der 53. Runde wegen eines technischen Defekts an seinem BMW-Sauber ausgeschieden. Williams-Pilot Rosberg aus Wiesbaden erwischte es in der 69. Runde, als sein Wagen Feuer fing. Adrian Sutil aus Gräfelfing wurde im Spyker 14. Für den Kerpener Toyota-Piloten Ralf Schumacher setzte sich das desaströse Jahr mit dem Aus nach der erste Kurve fort. Das Ferrari-Duo Felipe Massa (Brasilien) und Kimi Räikkönen (Finnland) musste sich mit den Rängen drei und vier abfinden. Damit baute Hamilton (58) die die WM-Führung vor Alonso (48) weiter aus.

Reibungsloser Start

Der nach dem Chaosrennen vor einer Woche in Montréal mit Spannung erwartete Start verlief vor nur 100.000 Zuschauern in dem um seinen Formel-1-Existenz bangenden "Nudeltopf" so gut wie reibungslos. Hamilton nutzte seine zweite Pole Position nacheinander und setzte sich vor seinen Stallrivalen Alonso. Während Heidfeld Boden gut machen und an Räikkönen vorbeiziehen und sich gleich Platz vier ergattern konnte, verspielte Vettel vier Plätze und fiel zuerst einmal auf den elften Rang zurück hinter Landsmann Rosberg. Im Gegensatz zu Ralf Schumacher, dessen Auftritt nach der ersten Kurve beendet war, kam Sutil von Beginn an richtig in Fahrt: Der Spyker-Pilot verbesserte sich vom 21. auf den 13. Rang.

Ein kapitaler Verbremser von Heidfeld in der Steilkurve warf den 30-Jährigen kurz vor seinem ersten Boxenstopp nach 20 Runden allerdings um einen Platz zurück. Fehlerlos absolvierten Hamilton und Alonso, die kurz nacheinander in die McLaren-Mercedes-Box zum Stopp kamen, ihren ersten Rennabschnitt. Zwischenzeitlich übernahm Renault-Pilot Heikki Kovaleinen zum ersten Mal in seiner Karriere die Führung und machte nach seinem Boxenstopp Druck auf Heidfeld.

Schumacher kommt nicht ins Ziel

Druck auf Hamilton machte unterdessen der zweimalige Weltmeister Alonso, der sich zuletzt in Monaco vor Hamilton hatte platzieren können. Nach 38 Runden attackierte Alonso auf der Start- und Zielgeraden, doch Hamilton wehrte den Angriff eiskalt ab, woraufhin Spanier Richtung Box gestikulierte. Im Ziel nach 73 Runden über je 4,192 km und einer Gesamtdistanz von 306,016 km hatte Hamilton in 1:31:09,965 Stunden die Nase vorn.

Nach seinem Punktgewinn in Montréal vor einer Woche konnte Schumacher seine schwarze Serie in Indianapolis nicht beenden. In seinem achten Rennen dort kam er zum achten Mal nichts ins Ziel. Drei Jahre nach seinem schweren Unfall nahm er sein frühes Aus durch eine Kollission mit Red-Bull-Pilot David Coulthard nach der ersten Kurve aber mit Fassung. "Es ist ja schon mal ein Vorteil, dass ich ein Interview geben und hier stehen kann", sagte der 31-Jährige, der damit weiter auf ein Erfolgserlebnis in dieser Saison wartet. (Von Volker Gundrum, dpa)

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