Sport : Formel 1: Die Go-Kart-Kids kommen

Karin Sturm

In der Formel 1 wird zum Saisonende der erwartete Umbruch zur Tatsache. Der zweimalige Champion Mika Häkkinen macht ein Jahr Pause, Jean Alesi hat seinen Rücktritt für kommenden Sonntag angekündigt, nach dem Großen Preis von Japan, und die Zukunft von Heinz-Harald Frentzen ist noch nicht gesichert. Parallel zu dieser Entwicklung drängen junge Fahrer nach, wie der zu Jordan kommende Japaner Takuma Sato oder der Brasilianer Felipe Massa, der wohl ein neuer Kollege von Nick Heidfeld beim Schweizer Sauber-Team wird.

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Online-Gaming: meinberlin.de sucht den Formel-1-Champion! Die Formel 1 verändert sich damit weiter. Sie wird von der Bühne der erfahrenen Fahrer, die zumeist als Routiniers in die höchste Kategorie des Motorsports kamen, zu der für die Go-Kart-Kids. Diese Youngster hatten seit ihrer frühesten Jugend nichts anderes zu tun, als Rennen zu fahren. Die Folge ist, dass sie schon mit unter 20 Jahren für die Formel 1 reif zu sein scheinen. Einerseits auf Grund ihrer vielen Jahre im Rennsport, andererseits auf Grund ihrer unerschrockenen, jugendlichen Unbekümmertheit, die sie vielleicht noch die eine oder andere Zehntelsekunde schneller macht.

"Man muss Veränderungen erkennen, wenn sie passieren, auch wenn sie einem nicht gefallen", meinte der 37-jährige Jean Alesi etwas kryptisch. Er hatte praktisch keine Alternative mehr zum Rücktritt, weil Jordan - auch im Interesse der Partnerschaft mit Honda - Sato holte. "Es ist Zeit, aufzuhören, den Platz einem Jüngeren zu überlassen, auch wenn Rennfahren das ist, was ich liebe", verkündete Alesi. Dass damit die besonderen Typen, die eigenständigen Charaktere, mehr und mehr verschwinden, ist ein Nebeneffekt. Alesi bedauert das. Aber aufhalten kann er den Trend nicht, der gerade 2001 durch die überraschenden Erfolge eines Kimi Räikkönen, der sich damit das Cockpit als Häkkinen-Nachfolger bei McLaren-Mercedes erkämpfte, verstärkt wurde.

Im Gegensatz zu Alesi hat Heinz-Harald Frentzen, der ja in diesem Sommer mit dem Franzosen quasi das Auto tauschte, die Formel 1 noch nicht abgehakt. Der Mönchengladbacher kämpft weiter um seine Chance. "Wenn ich keine Lust mehr hätte, dann wäre ich jetzt auch die letzten Rennen nicht mehr gefahren, sondern zu Hause geblieben." Am liebsten würde er auch im Jahr 2002 im Prost beweisen wollen, wie weit seine technischen Fähigkeiten ein Team nach vorne bringen können. "Wenn Prost sein Paket, vor allem finanziell, zusammenbekommt, dann würde ich sehr gerne da bleiben", betont der Mönchengladbacher. Als Alternative bliebe ihm vielleicht noch Arrows.

Über das Rennfahrer-Schicksal von Frentzen kursieren viele Gerüchte, aber bei Sauber, dem Überraschungsteam der Saison 2001, wird es für ihn wohl keinen Platz mehr geben. Peter Sauber dürfte schon heute den 19-jährigen Brasilianer Felipe Massa als neuen Teamkollegen von Nick Heidfeld bekannt geben. Nach dem großen Erfolg, den Sauber mit dem Finnen Kimi Räikkönen hatte, setzt der Schweizer erneut auf einen ganz jungen Fahrer. Zumindest beim Testen machte der Brasilianer von Anfang an einen genauso guten Eindruck wie im letzten Jahr Räikkönen.

Sauber-Cheftechniker Willy Rampf war beeindruckt davon, wie gut die Aussagen des Neulings mit den Datenaufzeichnungen zusammenpassten. Auch Massa hat keinerlei Zweifel, reif für die Formel 1 zu sein. Nur eines mag er nicht: Dass er in seiner brasilianischen Heimat prompt schon wieder das Etikett als "der neue Senna" verpasst bekam.

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