Sport : Formel 1: Die neue Sparsamkeit

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Max Mosley will Geld sparen. Der Chef des Automobilverbandes FIA schlägt vor, durch drastische Reglementänderungen schon ab 2003 die immer weiter eskalierenden Kosten in der Formel 1 zu dämpfen und die Kluft zwischen armen und reichen Teams zu verringern. Die Rennwochenenden sollen auf zwei Tage verkürzt werden. Pro Rennwochenende darf nach seinen Vorstellungen nur noch ein Motor pro Auto zum Einsatz kommen. Denn kleinere Teams können sich weniger Motoren als die großen leisten. Wer den Motor wechselt, müsste dann zur Strafe von ganz hinten starten. Außerdem muss jeder Hersteller mindestens zwei Teams ausrüsten, damit große Konzerne wie Mercedes oder BMW keine verkappten Werksteams mit Monopolstellung unterhalten.

Während von den Kleinen wie Minardi-Teamchef Paul Stoddart erst einmal ungeteilter Beifall kommt, sehen die Großen die Ideen als problematisch an. Williams-Technikchef Patrick Head zum Beispiel befürchtet, dass manches sogar eine Kosteneskalation bewirken würde: "Wenn man nur einen Motor verwenden darf, dann treibt das die Prüfstand-Versuche vorher in ungeahnte Ausmaße. Und außerdem würden die Hersteller dann mit regelrechten mobilen Motorenwerkstätten an die Rennstrecken kommen, um ihre Triebwerke vor Ort zu überholen!"

BMW-Motorsport-Direktor Mario Theissen sagt: "Bis nächstes Jahr sind diese Änderungen sowieso nicht mehr zu machen. Das ist Illusion. Wir reden hier frühestens von 2004. Technisch ist einiges machbar und sogar eine interessante Herausforderung - aber man muss vorher genau nachdenken." Und McLaren-Teamchef Ron Dennis merkt dazu noch an, dass jeder, der sich an der Formel 1 beteiligt, nun einmal wissen müsse, worauf er sich einlässt: "Man kann nicht in der naiven Hoffnung kommen, man könne mit einem Zehntel des Budgets eines Top-Teams konkurrenzfähig sein und dann jammern, wenn das nicht so ist."

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