Sport : Formel 1: Die Schumachers blockieren die erste Startreihe

Hartmut Moheit

Wer sich von Michael Schumacher täuschen lässt, ist selber schuld. Nach für ihn nur durchschnittlichen Zeiten am Freitag und dem Ausfall im vierten Freien Training durch ein Hydraulikproblem steht der Weltmeister heute erneut auf der Poleposition. Zum insgesamt 39. Mal, nachdem er beim Qualifying in 1:14,960 Minuten auf dem Nürburgring eine geradezu sensationelle Rundenzeit gefahren war. Was aber vor dem Großen Formel-1-Preis von Europa in der Eifel noch größere Aufmerksamkeit erregte, war die erneute Top-Leistung der zwei Fahrer im BMW-Williams, Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya.

"Es ist schon schön, einmal andere Farben neben mir zu haben", sagte Michael Schumacher auf der anschließenden Pressekonferenz. "Was sonst Silber war, ist jetzt blau-weiß." Dieses Satz genossen Ralf Schumacher und der Kolumbianer Montoya sichtlich, aber letztlich wollte Ralf Schumacher doch noch einen Einwand loswerden: "Könnte ich in der Mitte sitzen, dann wäre mir das lieber. Aber wir arbeiten ja daran, dass es so wird."

Die Gebrüder Schumachers freuten sich jedoch erst einmal darüber, dass sie zum dritten Mal, nach den Rennen in Brasilien und in Montreal, bei einem Formel-1-Grand-Prix aus der ersten Reihe starten werden. Das Bruderduell, die Chance, dass Ralf Schumacher seinen Bruder und Titelverteidiger sogar noch im Kampf um die Krone bedrängen könnte, ist mittlerweile die alles und alle in den Hintergrund drängende Geschichte in der Formel 1.

Und zwar zum Leidwesen von McLaren-Mercedes, jenem Team, das immer mehr in die dritte Position gedrängt wird. Die dritte Startreihe für David Coulthard und Mika Häkkinen hinter dem zweiten Ferrari-Fahrer Rubens Barrichello ist zwar noch kein Desaster, da auf dem Nürburgring Überholen möglich ist, aber die Zeitabstände zu Michael Schumacher von rund 0,8 Sekunden sind schon gewaltig. Zwar fuhren beide Fahrer in den Silberpfeilen auf dem 4,556 km langen Kurs eine saubere Linie, letztlich jedoch reichte die Power nicht zu besseren Platzierungen. Coulthard und Häkkinen versuchten alles, nutzten die ihnen zur Verf¸gung stehenden zwölf Runden in 60 Minuten Qualifying maximal aus (Michael Schumacher genügten acht Runden, um auf die Spitzenposition zu fahren), doch Ferrari und BMW-Williams blieben vorn. "Wir waren zu langsam und konnten nicht die Position erreichen, die wir uns gewünscht hatten", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Recht gut aus der Affäre zogen sich mit Heinz-Harald Frentzen (8.) und Nick Heidfeld (10.) zwei weitere Deutsche im 22-köpfigen Fahrerfeld. Beide hatten Mitte der Woche noch Kopfbeschwerden; da ist ein Rang unter den zehn Besten optimal für die beiden Mönchengladbacher im Jordan-Honda beziehungsweise im Sauber-Petronas. Dennoch ärgerte sich Heidfeld ein wenig, weil er das Duell mit seinem Teamkollegen Kimi Raikknen aus Finnland verloren hatte. "Vor ihm wäre ich beim Rennen schon gern gestartet", sagte er.

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