Formel 1 : Eine Flosse für die Schnecke

Ferrari sucht Wege aus dem Tief. Das Auto wurde nun aufgerüstet. Bei Testfahrten im spanischen Jerez präsentierte man die Haifischflosse – eine aggressiv aussehende Variante der Motorabdeckung.

Karin Sturm
Ferrari Foto: dpa
Aggressives Heck. Mit der neuen Motorabdeckung soll's besser werden. -Foto: dpa

BudapestDass die Formel 1 in vielerlei Hinsicht der wohl schnellste Sport der Welt ist, spürt im Moment besonders Ferrari. Noch vor ein, zwei Wochen war das italienische Team für die meisten Experten der große WM-Favorit, doch nach taktischen und fahrerischen Fehlern beim Rennen in Silverstone und massiven Abstimmungsproblemen in Hockenheim musste es sich vor allem in Italien böse Kritik anhören. Von einer Krise, die den Titelverlust bedeuten könnte, war die Rede.

Die Spekulationen werden auch dadurch befeuert, dass Ferrari noch immer nicht genau verraten hat, was das Schneckentempo der Roten in Deutschland wirklich ausgelöst hat. Das Team ließ lediglich verlauten, dass es nicht am Auto an sich gelegen habe, sondern daran, dass Felipe Massa und Kimi Räikkönen nicht in der Lage gewesen seien, die optimale Leistung aus ihren Reifen herauszuholen. Man habe die Probleme aber erkannt und reise zuversichtlich nach Ungarn, wo auf dem Hungaroring am Sonntag das nächste Rennen ausgetragen wird.

„Obwohl wir in den vergangenen zwei Rennen eher negativ abgeschnitten haben, befinden wir uns nicht in einer Krise“, betont Teamchef Stefano Domenicali. Weltmeister Räikkönen, derzeit sieben Punkte hinter dem WM-Führenden Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes), kämpft dennoch mit Frustrationserscheinungen. „Es ist kein Geheimnis, dass ich mit den vergangenen Rennen nicht zufrieden bin“, sagt der Weltmeister. „In Hockenheim war ich wirklich frustriert, weil ich das Auto einfach nicht gut ausbalancieren konnte.“ Hinzu kommt, dass bei Ferrari seit dem Weggang des Taktikgurus Ross Brawn einige zweifelhafte Strategieentscheidungen getroffen worden sind, die es verhinderten, dass das Potenzial des Autos voll ausgenutzt werden konnte. Dies deutet auch Räikkönen an: „In Montreal, Magny-Cours und Silverstone hatte ich Siegchancen, die ich aber aus diversen Gründen verloren habe.“ Seine Hoffnung auf Besserung hat der Finne aber noch nicht aufgegeben: McLaren habe sich zwar deutlich verbessert, „aber wir wissen auch, dass sich die Situation binnen kürzester Zeit ändern kann“.

Dafür hat Ferrari das Auto aufgerüstet. Bei Testfahrten im spanischen Jerez präsentierte man die Haifischflosse – eine aggressiv aussehende Variante der Motorabdeckung. „Wir hatten einen guten Test in Jerez, vor allem am zweiten Tag“, sagt Räikkönen, „ich bin zuversichtlich für Ungarn.“ Der Grand Prix bei Budapest wird in jedem Fall erste Aufschlüsse darüber geben, ob Hockenheim tatsächlich nur ein Ausrutscher durch ein Zusammenspiel besonderer Umstände bleibt oder ob Ferrari doch dauerhaft hinter McLaren-Mercedes zurückgefallen ist. Karin Sturm

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