• Formel 1: Einer, der noch gefehlt hat: Der Tscheche Thomas Enge ist der erste Formel-1-Fahrer aus Osteuropa

Sport : Formel 1: Einer, der noch gefehlt hat: Der Tscheche Thomas Enge ist der erste Formel-1-Fahrer aus Osteuropa

Karin Sturm

Davon, etwas ganz Besonderes zu sein, will er nichts wissen - aber ganz wegdiskutieren kann es Thomas Enge auch nicht: Irgendwie war er bei seinem Debüt in Monza schon ein Symbol für die Globalisierung der Formel 1. Der Tscheche ist der erste Fahrer aus einem osteuropäischen Land. Dort, wo die Formel 1 bis 1989 noch als Sinnbild des kapitalistischen Sports ein ideologisches Feindbild war.

Zum Thema Online Spezial: Formel 1
Foto-Rückblick:
Schumachers Weg zur WM
Online-Gaming: meinberlin.de sucht den Formel-1-Champion! Ausgerechnet am Tag des Terroranschlags in den USA feierte er seinen 25. Geburtstag. Das alles trug zu einer eigenartigen Mischung von Gefühlen bei: "Natürlich gilt mein Mitgefühl den Menschen dort, gerade wir, die wir ja auch noch die kommunistische Herrschaft miterlebt haben, haben ja eine besondere Beziehung zur Demokratie." Aber er hat auch ein bisschen gezittert um die ganz persönliche Chance, "als es plötzlich die Diskussionen gab, ob das Rennen vielleicht abgesagt würde". Schließlich ist Enge nur Ersatzmann für den nach seinem Unfall von Spa noch nicht wieder einsatzfähigen Italiener Luciano Burti. "Ich habe mich schon gefreut, dass wir doch noch gefahren sind", gibt Thomas Enge zu, ein bisschen schüchtern, vielleicht auch ängstlich, dass ihm das jemand als Zynismus auslegen könnte. Bloß nichts falsch machen. Am Ende wurde er Zwölfter.

Sein Vater Bretislav war 1982 mit Skoda Tourenwagen-Europameister in der Markenwertung. "Dadurch habe ich von Anfang an eine Beziehung zum Rennsport gehabt", sagt Enge. "Das Problem war, dass bei uns sehr wenig Geld da war, um Sponsoren zu finden. Aber das ändert sich ja bei uns jetzt im Laufe der Jahre auch. Und außerdem ist Osteuropa jetzt und in der Zukunft wohl auch kein uninteressanter Markt." Damit dürfte er recht haben - gerade für die in der Formel 1 ja immer noch sehr mächtigen Zigarettenkonzerne. Die Marketingexperten sind sich einig. Aus diesem Bereich der Welt fehlt der Formel 1 eben noch jemand.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben