Sport : Formel 1: Ferrari verzückt die Fans

Vincenzo delle Donne

Die abertausenden Tifosi auf den Tribünen blickten unentwegt gen Himmel, wenn nicht gerade ein Bolide vorbeidröhnte. Beim Qualifikationstraining zum Großen Preis von San Marino galt nämlich den Wetterverhältnissen ihre Aufmerksamkeit. Das italienische Wetter hatte aber schließlich ein Einsehen mit den Fans. Während es rundherum in der Po-Ebene wie aus Eimern schüttete, schien in Imola zum Qualifiying die Sonne. So oder so, Michael Schumacher fuhr seine zweite Poleposition im "Autodromo Enzo e Dino Ferrari" heraus.

Zum Thema Fototour: Formel-1-Zirkus in Bildern
Er schnappte sie seinem brasilianischen Teamkollegen Rubens Barrichello mit seiner letzten Runde vor der Nase weg. "Rubens hat es mir ein bisschen schwer gemacht", meinte Schumacher, der kurz vor Schluss schon aus seinem Wagen ausgestiegen war, bevor er es sich noch einmal anders überlegte: "Ich wollte eigentlich nicht noch einmal rausfahren, aber als ich dann auf der Strecke war, habe ich versucht, mein Bestes zu geben."

Barrichello, der erstmals im neuen Ferrari fahren durfte, hatte einen Rückstand von 64 Tausendstel auf den Weltmeister. "Ich bin glücklich, den neuen Wagen zu fahren", sagte Barrichello. Beim letzten Rennen in Interlagos musste er im alten Wagen fahren, während Schumacher im neuen Auto zum Sieg fuhr. In seinen Worten klang jedoch die Enttäuschung darüber mit, dass er so kurz vor Schluss noch von Platz eins verdrängt wurde.

Die Ferraristi sahen es nicht so eng und bejubelten das hervorragende Abschneiden ihres Lieblingsteams. Hinter den beiden roten Autos werden heute die Williams-BMW in der Startaufstellung stehen, angeführt von Ralf Schumacher auf dem dritten Startplatz. "Im letzten Jahr war ich auch Dritter in der Qualifikation", meinte der Kerpener, "und habe das Rennen dann gewonnen." Sein Teamkollege Juan Pablo Montoya lag als Vierter 0,514 Sekunden hinter dem Weltmeister. "Ferrari hat eine einwandfreie Leistung gezeigt, aber unsere Ausganspostiton ist gut", sagte BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger. Der Österreicher wird am Sonntag von Michael Schumacher als Ferrari-Rekordpilot abgelöst: Der 33-Jährige fährt seinen 97. Grand-Prix für die Scuderia und hat damit einen Einsatz mehr als Berger. "Darauf bin ich stolz", sagte Schumacher. Weniger Stolz konnte McLaren-Mercedes sein: Kimi Räikkönen und David Coulthard beendeten die Qualifikation nur auf den Plätzen fünf und sechs. "Über eine Sekunde zur Poleposition, das ist enttäuschend", sagte Sportchef Norbert Haug.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben