Sport : Formel 1: Finne ersetzt Finnen

Karin Sturm

Erst war es inoffiziell, nun folgte die offizielle Bestätigung: Der zweimalige Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen überlässt in der kommenden Saison seinen Platz bei Mercedes seinem finnischen Landsmann Kimi Räikkönen. Dieser wird zusammen mit David Coulthard für die Silberpfeile an den Start gehen. Der Österreicher Alexander Wurz hingegen bleibt Testfahrer und ist darüber enttäuscht. Bis vor zwei Wochen war er noch überzeugt, einen Stammplatz zu bekommen.

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Online-Gaming: meinberlin.de sucht den Formel-1-Champion! Für Häkkinen bedeutet dieser Schritt allerdings noch nicht das Ende seiner Karriere. "Ich sitze praktisch ununterbrochen im Auto, seit ich 1974 mit dem Kart-Fahren begann", sagte der Finne, "deshalb habe ich das Team darum gebeten, mir ein Jahr Pause zu gewähren, um meine Batterien wieder aufladen zu können." Außerdem wolle er mehr Zeit mit seiner Frau Erja und Sohn Hugo verbringen. Seit Frühjahr wird bei McLaren-Mercedes schon über diese Lösung diskutiert. "Beim Großen Preis von Monte Carlo hat Mika mich erstmals gefragt, ob ich mir so etwas vorstellen könne", erzählt McLaren-Chef Ron Dennis. Häkkinen stehe bei McLaren-Mercedes weiterhin unter Vertrag, werde aber für sein Pausenjahr kein Gehalt beziehen. "Aber vielleicht lässt sich etwas über kommerzielle Geschichten wie TV-Werbespots regeln", sagt Ron Dennis.

Eine Schaffenspause wäre nichts Neues in der Formel 1. Auch die früheren Piloten Niki Lauda und Alain Prost hatten sich zwischenzeitlich vom Rennsport zurückgezogen und waren nach ihrer Rückkehr sogar Weltmeister geworden. Häkkinens engste Vertraute bezweifeln allerdings, dass der zweimalige Weltmeister wirklich noch einmal zurückkommt. "Wenn Mika einmal weg ist, dann wird er sich so an dieses Leben gewöhnen, dass er erst recht keine Lust mehr hat", sagt ein finnischer Formel-1-Journalist.

Die Finnen trösten sich damit, in Räikkönen erneut einen Fahrer zu haben, der mit den Besten mithalten kann. Für McLaren-Mercedes war es wichtig, den aufstrebenden Räikkönen zu verpflichten, bevor er bei einem anderen Team unterschreibt. Ferrari soll sich schon gemeldet haben. McLaren-Mercedes kam gelegen, dass Räikkönen bei den Italienern zunächst hinter Michael Schumacher die Nummer zwei gewesen wäre. McLaren hingegen garantiert ihm vom ersten Rennen an Gleichberechtigung mit Coulthard. 20 Millionen Mark soll es gekostet haben, Räikkönen aus seinem Vertrag bei Sauber herauszukaufen, Mercedes-Vorstand Jürgen Hubbert verhandelte selbst mit Peter Sauber, am Mittwochabend auf der IAA soll das Abkommen unterschrieben worden sein. Sauber sagte: "Als Räikkönen mir sagte, dass er dieses Angebot habe und dorthin wolle, war mir klar, wie wichtig das für ihn ist." Aber der Rennstall-Chef gibt auch zu, "dass es wehtut, nach all dem Risiko, das wir mit ihm eingegangen sind, ihn jetzt wieder zu verlieren." Trotzdem wolle er gerne erneut einen jungen Fahrer holen.

Benetton-Chef Flavio Briatore bietet Sauber nun seinen Fahrer Jenson Button wie einen Satz abgefahrener Reifen an, um sich dann Fernando Alonso von Minardi holen zu können. Doch der Spanier wäre auch für Sauber interessant. Zudem ist Heinz-Harald Frentzen noch im Wechselspiel. Der Deutsche lief zuletzt verdächtig oft mit den Verantwortlichen von Sauber durchs Fahrerlager und würde sicher gerne zu dem Team zurückgehen, bei dem 1994 seine Formel-1-Karriere begann. Doch Heinz-Harald Frentzen kann sich auch vorstellen, bei Prost zu bleiben: "Mein Verhältnis zum Team wird immer besser."

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