• Formel-1-GP in Monte Carlo: "Katastrophe und Spaß zugleich" - DTM-Profi Bernd Schneider im Interview

Sport : Formel-1-GP in Monte Carlo: "Katastrophe und Spaß zugleich" - DTM-Profi Bernd Schneider im Interview

Herr Schneider[Sie sind einer von vielen Motorspo]

Bernd Schneider (35) fuhr 1988 und 1989 für das deutsche Zakspeed-Team in der Formel 1 und ist heute in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft für Mercedes am Start.

Herr Schneider, Sie sind einer von vielen Motorsportprofis mit einem Wohnsitz in Monte Carlo. Ist für den Sonntag auf Ihrem Balkon schon alles ausgebucht?

Absolut nicht. Ich wohne im neuen Stadtteil von Monte Carlo, also hinter dem Berg. Aus den etwa 400 Metern Entfernung kann ich die Rennstrecke nicht sehen.

Das hört sich ja geradezu an, als seien Sie froh darüber.

Irgendwie schon. Rund um die Kurve war schon lange vor diesem

Wochenende die Hölle los. Wer einen freien Parkplatz finden wollte, der musste schon lange vorher anreisen. Vor dem Rennen wurde die Innenstadt wie immer für Wohnmobile geschlossen.

Demnach ist der Grand Prix mehr Last als Lust für die Bewohner?

Es ist für sie Katastrophe und Spaß zugleich. Wer es wirklich nicht aushält, verreist eben.

Was würde denn fehlen, gäbe es dieses Rennen im Formel-1-Kalender nicht mehr?

Also, da wäre dann schon eine große Lücke. Es gibt ohnehin nur noch drei Klassiker: Monte Carlo, Indianapolis und Le Mans.

Waren Sie auch mal hier am Start?

Nicht bei einem Großen Preis, nur in der Formel 3. In der Formel 1 fehlten mir einmal in der Qualifikation Zweitausendstelsekunden. Das ärgert mich noch heute.

Worin liegt denn die besondere Herausforderung auf diesem Stadtkurs?

Zum einen im besonders publikumsnahen Fluidum. Zum anderen machen die Kurven einfach Spaß. Ich denke an La Rascasse, an Loews oder Antony Noghes.

Und die berühmte Casino-Kurve?

Sie hat nichts Besonderes, sie symbolisiert eher den Zusammenhang von Rennen und Drumherum.

Was bekommen die Fahrer vom zweiten Teil überhaupt mit?

Es war schon zu meiner Formel-1-Zeit so, dass da nichts lief. Wer nicht topfit in Monte Carlo an den Start geht, hat keine Chance.

Der landet möglicherweise im Wasser und muss dann von Froschmännern heraus gefischt werden ...

Das war früher mal der Fall. Heute ist die Hafenschikane so langsam zu durchfahren, dass nichts mehr passieren kann.

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