Sport : Formel 1: Grande Schumi am Lido

Mit der längsten Strandparty aller Zeiten hat Italien Ferraris zweiten WM-Titel in Folge gefeiert. Millionen Italiener bejubelten auf unzähligen improvisierten Siegesfeiern in den Strandbädern Italiens ihren "Grande Schumi" - Michael Schumachers frühzeitigen Titelgewinn in der Formel 1. Von den Stränden der Adria bis hinunter nach Süditalien und wieder hinauf über die Amalfi-Küste und die ligurischen Strände bis zur Riviera an der Grenze zu Frankreich feierten die Italiener zusammen mit hundertausenden ausländischen Gästen den "Beginn einer großen Ferrari-Ära", wie es immer wieder hieß.

Ferraris Heimatstadt Maranello verwandelten tausende Tifosi und viele, viele deutsche Formel-1-Fans in ein riesiges rotes Fahnenmeer. Autoschlangen bewegten sich hupend durch die Straßen, zum Ferrari-Werk und zurück zum Kirchplatz, wo Pfarrer Don Alberto Bernardoni bei Ferraris Triumphen stets die Festglocken läutet. Der Bürgermeister der nahe gelegenen Stadt Modena sagte: "Das ist ein großartiger Sieg für das Ferrari-Team und für unseren Ehrenbürger Michael Schumacher."

Anders als beim Titelgewinn im letzten Herbst, als vor allem in Maranello sowie Rom, Mailand, Turin und Neapel Schumachers WM-Sieg von Suzuka gefeiert wurde, stiegen die großen Siegesfeiern diesmal am Meer. Die Großstädte sind im Haupturlaubsmonat August wie leer gefegt. Auch in Maranello, wo das Ferrari-Werk seine Tore für die Sommerferien geschlossen hat, war es ruhiger als im letzten Jahr. Wegen der großen Hitze mit Temperaturen weit über dreißig Grad, hatte die Stadtverwaltung diesmal keine große Video-Leinwand aufgestellt. In Maranello verfolgten die daheim gebliebenen Fans das Rennen im "Auditorium Enzo Ferrari" oder in den Bars und Restaurants. Die meisten aber waren ans Meer gefahren.

"So einen Titelgewinn haben wir noch nie erlebt", jubelten die Ferrari-Fans im Adria-Seebad Marina di Ravenna. Wie an unzähligen anderen Stränden hatten die Tifosi das Rennen auch hier gemeinsam vor einem großen Fernseher in der Strandbar verfolgt. Zusammengestellte Sonnenschirme schützten vor der heißen Sonne.

Überall waren die Strandbars gerüstet. Viele Barbesitzer stellten Leinwände auf. Vor allem in den Adria-Seebädern in Rimini, am Lido di Jesolo und in Caorle feierten auch tausende deutsche Schumacher-Fans im Urlaub den frühen Titelgewinn ihres Idols.

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