Formel 1: Großer Preis von Singapur : Vettel verpasst die Poleposition

Weil ihn Rekord-Weltmeister Michael Schumacher behindert und er selbst Fahrfehler begeht, muss Sebastian Vettel die Poleposition in Singapur Fernando Alonso überlassen

von und Katrin Sturm
Fernando Alonso (l.) sichert sich die Pole-Position mit knappem Vorsprung vor Sebastian Vettel
Fernando Alonso (l.) sichert sich die Pole-Position mit knappem Vorsprung vor Sebastian VettelFoto: AFP

Singapur - 67 Tausendstel fehlten Sebastian Vettel. Um diese Banalität unserer modernen Zeit verpasste der Red-Bull-Pilot die Poleposition, von der heute beim Großen Preis von Singapur (14 Uhr MESZ/live bei RTL und Sky) Fernando Alonso starten wird. Der Ferrari-Fahrer war am Sonnabend beim Qualifikationstraining der Schnellste im Fünfkampf der WM-Kandidaten gewesen, vor Vettel, dem McLaren-Duo Lewis Hamilton und Jenson Button und Vettels Teamkollegen und WM-Spitzenreiter Mark Webber. Einen ganz guten Blick auf den Kampf um die WM-Krone haben heute die beiden Mercedes-Piloten Nico Rosberg und Michael Schumacher, die von den Rängen sieben und neun starten werden.

Für Vettel stellte der zweite Platz eine kleine Enttäuschung dar, schließlich hatte er zuvor alle Trainings auf dem engen Stadtkurs dominiert. „Ich werde heute Nacht nicht überglücklich einschlafen“, sagte der 23-Jährige. „Ich habe nie meinen Rhythmus gefunden, hatte ständig Verkehr und bekam im Gegensatz zum Training keine Runde zusammen.“ Bei seinem ersten Versuch im entscheidenden Qualifikationsabschnitt stand ihm ausgerechnet Michael Schumacher im Weg. Vettel: „Das war ein Schuss in den Ofen. Ich habe den Abstand falsch eingeschätzt, so dass ich schon nach ein paar Kurven hinter Michael festsaß.“ Dadurch stand Vettel bei seiner letzten Runde unter Druck – und vergab die Bestzeit durch Fahrfehler. „Ich hatte einige Kanten drin, die sehr viel Zeit gekostet haben. Einmal habe ich auch die Mauer leicht gestreift“, gab er zu.

Für das Rennen unter Flutlicht sah der Heppenheimer aber noch längst nicht schwarz. „Kein Grund zur Panik. Wir haben ein sehr schnelles Auto, und die Ausgangsposition ist gut. Wenn ich einen guten Start hinkriege, kann ich gewinnen.“ Sein Teamkollege legte keinen vergleichbaren Optimismus an den Tag. Nach seinem fünften Rang stürmte der wütende Webber wortlos von der Strecke und rannte dabei seinen verdutzten Fahrerkollegen Kamui Kobayashi über den Haufen.

Nick Heidfeld hatte sich zwar deutlich besser unter Kontrolle, aber auch er hatte sich sein erstes Qualifying seit einem Dreivierteljahr wohl ein wenig anders vorgestellt. Der 33-Jährige wurde im Sauber nur 15. und war dabei deutlich langsamer als sein Teamkollege Kobayashi. Direkt hinter Heidfeld landete Adrian Sutil im Force India. Ebenfalls die Top Ten verpasste Nico Hülkenberg im Williams, der die zwölftschnellste Zeit fuhr, wegen eines Getriebewechsels aber auf Startplatz 17 versetzt wurde. Timo Glock fuhr im Virgin auf Platz 18.

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