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Formel 1 in Australien : Rosberg vor Hamilton, Vettel knapp geschlagen

Mercedes-Doppelsieg beim Grand Prix von Australien: Nico Rosberg gewinnt vor Lewis Hamilton. Ferrari-Pilot Sebastian Vettel lag lange Zeit vorn.

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Nico Rosberg im Mercedes.
Nico Rosberg im Mercedes.Foto: Julian Smith/dpa

Am Ende des Grand Prix von Australien war es dann egal, dass Nico Rosberg vor seinem Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton ins Ziel beim ersten Formel-1-Rennen der Saison fuhr und dass Sebastian Vettel im Ferrari Dritter wurde. Wichtig war, dass der Spanier Fernando Alonso nach einem furchtbaren Crash unverletzt aus seinem McLaren stieg.

„Natürlich bist du dankbar, dass du am Leben bist, dass nichts passiert ist, dass man keine Verletzungen hat, dass man nichts Ernstes hat“, sagte ein sichtlich geschockter Alonso.
Bei einem Überholversuch gegen Esteban Gutierrez mit Tempo 300 verschätzte sich der Spanier, er blieb am Hinterrad von Gutierrez hängen, krachte in die Mauer und überschlug sich dann noch mehrfach. Dass der zweimalige Weltmeister unverletzt aus dem völlig zerstörten Wrack klettern konnte, grenzte an ein Wunder.

Spektakulär war aber nicht nur diese 17. Runde in Melbourne. Schon der Start hatte es in sich. Die Mercedes-Teamkollegen Rosberg und Hamilton patzten, das Ferrari-Duo Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen ging erst einmal in Führung im Albert Park. Es wurde anschließend ein bisschen eng zwischen den beiden Mercedes-Teamkollegen, der spätere Sieger Rosberg, der noch ein bisschen besser weggekommen war als Hamilton, blieb konsequent auf seiner Linie – ohne große Rücksicht darauf, wo dem Briten dann noch Platz bleiben würde. So dass der anschließend auf Platz sechs zurückfiel.

Prompt beschwerte sich der Weltmeister hinterher natürlich erst einmal: „Nico hat mich da böse abgedrängt.“ Doch der so „Beschuldigte“ konterte nur locker: „Das höre ich jetzt zum ersten Mal, ich habe gar nichts davon gemerkt.“ Und der anschließende Satz, „wenn es so gewesen sein sollte, dann entschuldige ich mich natürlich“, war wahrscheinlich auch eher der Wahrung der äußeren Form geschuldet.

Rennunterbrechung bringt Vettel aus Konzept

Von Seite der Mercedes-Oberen gab es diesmal jedenfalls keinerlei Kritik an dem Manöver – und interessanterweise ruderte Hamilton wenig später auch zurück: Er habe Rosberg auf keinen Fall Absicht unterstellen wollen, „er hat im Duell mit Sebastian Vettel spät gebremst und seine Räder haben blockiert. Ich habe mit ihm auf der Innenseite einfach nicht gerechnet.“

Fernando Alonso steigt aus dem Wrack seines McLaren-Honda.
Fernando Alonso steigt aus dem Wrack seines McLaren-Honda.Foto: Srdjan Suki/dpa

Rosberg hat seine Duftmarke jedenfalls gesetzt, den Schwung vom Saisonende 2015 ins Jahr 2016 mitgenommen und bewiesen: Er ist in diesem Jahr offenbar tatsächlich gewillt, härter und konsequenter einzusteigen. Ob gegen seinen Teamkollegen Hamilton oder gegen andere Konkurrenten, wie gegen Nico Hülkenberg beim ersten Boxenstopp. Kein Wunder, dass man da den Eindruck haben konnte, dieser Sieg würde ihn vielleicht doch noch ein bisschen mehr freuen als so manch anderer. 25 Punkte, dem Teamkollegen gezeigt, dass dieser nicht mehr mit Nachsicht rechnen kann, alle kleinen Schwächen der ersten beiden Trainingstage vergessen gemacht – was will man mehr?

Es hätte auch ein fantastischer Tag für Sebastian Vettel werden können. Der Heppenheimer hatte sich in der ersten Phase des Rennens durchaus Siegchancen ausgerechnet, doch der Crash von Alonso brachte ihn aus dem Konzept. Die nötigen Aufräumungsarbeiten nach dem Unfall sorgten für eine Pause, in der die Teams Reifen wechseln und ihre Strategien neu überdenken konnten.

Und da setzte Ferrari aufs falsche Pferd: Man beschloss, die von Anfang an geplante aggressive Strategie mit den Supersoft-Reifen durchzuziehen und dabei noch einmal einen weiteren Boxenstopp in Kauf zu nehmen. Mercedes setzte dagegen an beiden Autos auf den „Medium“, der als „Betonreifen“ gilt, mit dem man sich sicher war, bis zum Ende durchfahren zu können. „Da haben wir das Rennen verloren“, war sich Teamchef Maurizio Arrivabene sicher. Und auch Vettel gab zu: „Das war im Nachhinein gesehen wahrscheinlich falsch, wir hätten es besser machen können. Aber hinterher ist man immer schlauer.“ Dennoch waren sie bei Ferrari hinterher mit dem Saisonstart zufrieden – auch wenn sie sich nicht allzu viel auf den dritten Platz von Vettel einbilden konnten. Denn Rosberg holte zu Beginn trotz langsamerer Reifenmischung auf Ferrari auf.

Am Ende des Tages war das aber alles nicht mehr das große Thema gewesen. Thema war der spektakuläre Crash von Alonso und die Freude darüber, dass ihm nichts passiert war.

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