Formel 1 in Bahrain : Die Fia bleibt uneinsichtig

Während Sieger Sebastian Vettel nach seinem Erfolg in Bahrain froh war, dass zumindest niemandem aus Formel-1-Kreisen etwas passiert sei, prasselt die Kritik an den Verantwortlichen wegen der Austragung des Rennens weiter ab.

Karin Sturm
Fia-Präsident Jean Todt lebt in seiner eigenen Wirklichkeit.
Fia-Präsident Jean Todt lebt in seiner eigenen Wirklichkeit.Foto: dpa

Zumindest eines hat der König von Bahrain den Formel-1-Königen Jean Todt und Bernie Ecclestone voraus: Er schien zumindest im Laufe des Rennwochenendes von Bahrain zu begreifen, dass die Austragung des Grand Prix weltweit als positive Werbung für sein Land gescheitert sei. Vor allem, nachdem am Samstag in dem schiitischen Dorf Shakura, zwischen der Hauptstadt Manama und der Rennstrecke gelegen, ein toter Oppositioneller gefunden wurde.

Sonntagvormittag stellte König Hamad bin Issa al-Khalifa dann plötzlich Reformen und Gespräche mit der Opposition in Aussicht. „Die Tür für einen ernsthaften Dialog des gesamten Volkes ist immer offen“, hieß es in einer Erklärung. Seine Regierung habe durchaus schon Erfolge erzielt, betonte der König. „Wir müssen den Weg der Reformen fortsetzen.“ Wie viel davon ernst zu nehmen und wie viel in erster Linie neue Beschwichtigungspropaganda ist, wird sich zeigen. Noch vor zwei Tagen drückte sich der außenpolitische Berater des Kronprinzen, Scheich Mohammed bin Essa Al-Khalifa noch deutlich zurückhaltender aus: „Wir wissen, was die Aktivisten wollen. Und wir wollen auch mehr Demokratie – aber das geht nicht in diesem Tempo, in diesem Stil."

Während Sieger Sebastian Vettel nach seinem Erfolg froh war, dass zumindest niemandem aus Formel-1-Kreisen etwas passiert sei, fehlte bei den Formel-1-Verantwortlichen bis zum Schluss jede Einsicht. Fia-Präsident Jean Todt erklärte, dass sich alle Teams nur positiv über das Rennwochenende geäußert hätten. Doch das ist wohl nur die offizielle Version. McLaren-Chef Martin Whitmarsh, an dessen Team das bahrainische Königshaus ja indirekt beteiligt ist, antwortete auf die Frage, ob er denn auch nach dem Todesfall die Entscheidung von Todt, den GP stattfinden zu lassen, unterstützt hätte: „Ich habe in der Vergangenheit gelernt, dass es nicht gut ist, anderer Meinung zu sein als der Fia-Chef.“

Für Bernie Ecclestone sind ja sowieso nur die Medien an allem Schuld. Die würden nur einen Hype veranstalten und Geschichten erfinden: Am Sonntag stattete er zusammen mit dem hiesigen Streckenchef dem Pressezentrum einen Besuch ab und versuchte, vor allem die britische Tagespresse, die sich die ganze Woche über mit der Situation sehr kritisch, aber auch sehr detailliert und gut informiert auseinandergesetzt hatte, zur Schnecke zu machen. Der Kommentar der britischen Kollegen: „Typisch Bernie eben – der kapiert es einfach nicht!“

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