Formel 1 in China : Hamilton siegt auf seiner Alptraum-Strecke

Ein perfekter Start war die Grundlage: Lewis Hamilton, der Führende der Gesamtwertung, sicherte sich auch den Großen Preis von China. In zwei Wochen kommt es in Brasilien zum großen Showdown um den WM-Titel.

Jens Marx[dpa]
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Hat den Schanghai-Fluch besiegt: Lewis Hamilton -Foto: dpa

SchanghaiLewis Hamilton hat den Schock von Fuji überwunden und dank eines souveränen Sieges auf seiner Alptraum-Strecke Schanghai glänzende Aussichten auf seinen ersten Titeltriumph: Beim Saisonfinale in zwei Wochen in Sao Paulo reicht dem McLaren-Mercedes- Piloten schon ein fünfter Platz zur Weltmeisterschaft.

"Glänzend gemacht", lobte Teamchef Ron Dennis seinen Schützling. Hamiltons schärfster Rivale Felipe Massa büßte trotz eines geschenkten zweiten Ranges beim Großen Preis von China an Boden ein. Der entthronte Formel-1-Champion Kimi Räikkönen hatte seinen Ferrari-Teamkollegen kampflos passieren lassen. BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld belegte am Sonntag als bester Deutscher den fünften Platz.

Hamilton fährt fehlerfrei

Nach dem Japan-Thriller vor sieben Tagen mit verhängnisvollen Fehlern der Titelanwärter Hamilton und Massa, Zeitstrafen und Unfällen verlief das Rennen auf dem 5,451 Kilometer langen Shanghai International Circuit beinahe langweilig. Der in Fuji noch schwächelnde Brite fuhr fehlerfrei und war in keiner Phase der 56 Runden ernsthaft gefährdet. Hamilton gewann nach 305,066 Kilometern in 1:31:57,403 Stunden. Massa wies 14,925 Sekunden Rückstand auf. Räikkönen hatte den 27 Jahre alten Brasilianer sieben Runden vor Schluss praktisch kampflos passieren lassen, um dessen Titelchancen zu verbessern. Möglicherweise hat dieses stark nach Stallregie aussehende Manöver ein Nachspiel durch die Rennkommissare.

Vor dem WM-entscheidenden Saisonfinale am 2. November in Brasilien führt Hamilton mit 94 Punkten. Massa (87) liegt nun sieben Zähler zurück. BMW-Sauber-Pilot Robert Kubica (75) ist nach seinem sechsten Platz in China aus dem Titelrennen. Der Pole verteidigte aber seinen dritten Gesamtrang. Für eine Schrecksekunde im Silberpfeil-Lager sorgte ein Reifenschaden an Heikki Kovalainens McLaren-Mercedes. Der Finne musste im 36. Umlauf unplanmäßig in die Box und fiel damit als Hamilton-Helfer gegen die roten Rivalen aus. Zudem büßte das britisch-deutsche Team durch diesen Defekt wertvolle Punkte im Kampf um die Konstrukteurs-WM ein. Kovalainen musste später sogar wegen eines Defektes sein Auto in der Garage abstellen.

Heidfeld kämpft sich nach vorne

Der wegen einer angeblichen Behinderung um drei Positionen auf Startplatz neun zurückversetzte Nick Heidfeld kämpfte sich gleich in der ersten Kurve auf Rang sechs vor. Der Mönchengladbacher wurde schließlich als bester Deutscher Fünfter. Toyota-Pilot Timo Glock (Wersau) belegte den siebten Platz. Monza-Sieger Sebastian Vettel (Heppenheim) kam im Toro Rosso auf Rang neun. Nico Rosberg (Wiesbaden) wurde im Williams-Toyota 15. Adrian Sutil (Gräfelfing) schied wegen eines Getriebeschadens an seinem Force India bereits in der 16. Runde aus.

Hamilton schaffte mit einem perfekten Start die Grundlage für seinen Sieg. Anders als vor Wochenfrist im japanischen Fuji und vor einem Jahr in Shanghai behielt der groß auftrumpfende Brite dieses Mal die Nerven und fuhr vorne auf und davon. Das Ferrari-Duo Raikkönen und Massa sah zunächst kein Land gegen den McLaren- Mercedes-Mann. Bis zum ersten Boxenstopp seines schärfsten WM-Widersachers in der 15. Runde hatte er über acht Sekunden Vorsprung auf Massa. Einen Umlauf später bogen Hamilton und Räikkönen zum Reifenwechsel ein. Auch der zweite, zeitgleiche Stopp der beiden änderte nichts am Klassement.

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